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A-2.3.1 Technische Ausrüstung
Bei der direkten optischen Inspektion werden festgestellte Schäden mit Hilfe von Foto- und Filmaufnahmetechniken dokumentiert. Für diesen Anwendungsfall kommen in der Regel spezielle Kanalinspektionssysteme zum Einsatz, da handelsübliche Blitzlichtgeräte bei Blitzauslösung einen funkenbildenden Kontakt haben. Zur genauen optischen Untersuchung von Rohrverbindungen oder festgestellten Hohlräumen hinter der Kanalwand im Rahmen der Begehung hat sich der Einsatz von Endoskopen bewährt. Hierfür muss ein Zugang vorhanden sein oder gebohrt werden.
Kanäle und Leitungen
Für die indirekte, optische Inspektion von nicht begehbaren Kanälen und Leitungen kommen heute ausschließlich Kanal-TV-Kameras zum Einsatz. Hinsichtlich der Bauarten und Einsatzbereiche gibt es eine große Vielfalt von Anlagen, die modular aufgebaut sind. TV-Inspektionsanlagen bestehen im Wesentlichen aus folgenden Grundeinheiten:
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Inspektionsfahrzeug/-einheit
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Kamerasystem (Kamera, Beleuchtung)
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Transport- und Führungseinheiten sowie Kabel mit Um-lenkrollen und Längenmesseinrichtungen
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Beobachtungs- und Steuerstand
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Bedienungselemente für das Kamerasystem
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mindestens ein Monitor zur Bildwiedergabe
 
Abb. A-2 - 3 Prinzipskizze einer TV-Inspektion mit selbstfahrender Kamera und Inspektionsfahrzeug [DWA-A 143-1]
Heute werden fast ausschließlich selbstfahrende Farb-TV-Kameras eingesetzt. Die modernen Kreis- und Schwenkkopfkameras erlauben ein Schwenken der Kamera von bis zu 320° und ein Kreisen der Kamera von 360°.
Bei neueren Inspektionssystemen mit Kugelbild-Scantechnik kommen Digitalkameras mit Weitwinkelobjektiven zum Einsatz, die in kurzen Zeitintervallen digitale Bilddaten erzeugen, welche anschließend mit Hilfe von Softwareprogrammen zu einem halbsphärischen 180°-Bild, vollsphärischen 360°-Bild, oder Zylinderpanorama zusammengesetzt werden. Der Anwender kann bei der Begutachtung die Blickrichtung und den Zoomfaktor selbst festlegen und sich gleichzeitig Abwicklungen der Rohrwand anzeigen lassen. Dynamische Prozesse im Kanal, wie z. B. Fließvorgänge, lassen sich mit dieser Technik nur eingeschränkt nachvollziehen. Die Einblendung von Informationen zur Inspektion und der Schadensansprache direkt im Bild, wie bei der Aufnahme von Filmen üblich, ist nicht vorgesehen. Die eigentliche Schadensdokumentation erfolgt nicht mehr direkt bei der Aufnahme, sondern an Hand der Videoaufzeichnung im Anschluss an die vollständige Befahrung.
Zur optischen Inspektion von Hausanschlüssen werden auch fahrbare Kameras mit gelenkig montierter Kameraeinheit eingesetzt. Sie lassen sich z. B. durch Reinigungsöffnungen, einen auf dem Grundstück gelegenen Schacht oder von einem begehbaren Kanal aus einbringen.
Kamerasysteme mit Satelliteneinheit bieten die Möglichkeit, von einem nicht begehbaren Kanal aus die Inspektion von angeschlossenen Leitungen durchzuführen. In einem durch Fernsteuerung drehbaren und mit einer seitlichen Öffnung versehenen, zylindrischen Gehäuse ist eine an einer biegsamen Schubstange befestigte, spezielle Satelliten-TV-Kamera installiert. Sie kann bei geradem Verlauf zzt. bis zu 35 m in die Leitung hineingefahren werden. In Leitungen mit nacheinander folgenden Bögen wird dieser Wert nicht erreicht.
Weiterhin existieren Anlagen zur Inspektion von verzweigten Leitungssystemen. Sie sind vorwiegend mit einem hydraulischen Antrieb ausgestattet, der auch eine gleichzeitige Reinigung ermöglicht. Die Steuerung erfolgt beim Einsatz in Schächten und Inspektionsöffnungen manuell, wobei einige Anlagen über mechanische Zusatzausstattungen verfügen, die das Einschwenken in einen Abzweig unterstützen. Für die meisten Inspektionssysteme besteht bei der Montage auf entsprechende Fahrwagen die Möglichkeit des Einsatzes vom Hauptkanal aus.
Als Kameratechnik kommen sowohl Axialkameras als auch Dreh-/Schwenkkopfkameras zum Einsatz. Peilsender, die eine Ortung des Kamerasystems im Kanal ermöglichen, gehören ebenfalls zur Ausstattung der meisten Systeme, so dass eine anschließende Einmessung der markierten Punkte durchgeführt werden kann.
Bei der indirekten, optischen Inspektion ist jedes Fahrzeug mit mindestens 2 Personen zu besetzen. Ist eine Begehung von Anlagenteilen notwendig, so ist die erforderliche Anzahl von Personen in den Unfallverhütungsvorschriften geregelt.
Schächte
Für die indirekte optische Inspektion von Schächten existieren Kamerasysteme die mittels Teleskopstange, einer geführten Halterung oder durch Aufhängung in den Schacht eingebracht werden.
Die Kamerasysteme sind entweder an ein mobiles Anzeigegerät angeschlossen oder direkt mit dem Inspektionsfahrzeug verbunden. Analog zur Leitungsinspektion ist eine Video- und Datendokumentation im Fahrzeug möglich. Die Inspektion wird entweder von der Schachtsohle oder von der Schachtabdeckung begonnen. Durch Abschwenken oder Aufzeichnung als Abwicklung wird das gesamte Schachtbauwerk genau inspiziert. Die Systeme ermöglichen die Aufzeichnung der Lage am Umfang und der vertikalen Lage für jede Feststellung.
Bei einer Schachtinspektion mit einem Vermessungsroboter wird eine hochauflösende Kamera mit Lasermesssystem direkt im Schacht positioniert. Über eine Steuerungseinheit im Inspektionsfahrzeug erfolgt zusätzlich zu der oben beschriebenen Zustandserfassung die exakte digitale Erfassung der Schachtgeometrie.