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A-2.3.2 Hinweise zur Erstellung des Leistungsverzeichnisses für die optische Inspektion
Für die Durchführung der optischen Inspektion ist ein Leistungsverzeichnis (LV) zu erstellen. Dazu ist gemäß Vergabehandbuch (VHB) das Standardleistungsbuch für das Bauwesen zu verwenden [VHB], [STLB-Bau LB 009].
Sofern die optische Inspektion durch das BwDLZ mit Bw-eigenem Gerät erfolgt, kann auf ein LV verzichtet werden.
Bei der Erstellung des LV ist für die Ausführung der Inspektionsleistungen die Gültigkeit der Arbeitshilfen Abwasser vertraglich zu vereinbaren.
Folgende Leistungen sind bei Bedarf zu berücksichtigen:
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Öffnen und Schließen von Hausanschlüssen
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Stundenlohnarbeiten
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Stillstandzeiten (Personal, Geräte)
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Zusätzliche An- und Abfahrten
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Zusätzliches Umsetzen bei Inspektion von der Gegenseite
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Besondere Leistungen entsprechend VOB/C, DIN 18299
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Herstellen der Zugänglichkeit von Schächten/Inspektionsöffnungen
Die folgenden Aspekte sind in der Leistungsbeschreibung zu beachten:
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Für das Betreten der Liegenschaft bestehen ggf. besondere Auflagen (z. B. das Anmelden von Personen bzw. Fahrzeugen). Dies ist mit dem zuständigen Betreiber zu klären und dem AN mit Zugang der Ausschreibungsunterlagen mitzuteilen.
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Der AN ist davon in Kenntnis zu setzen, wenn in der Liegenschaft Schächte ohne fest eingebaute Steighilfen betrieben werden. Für den Einstieg in diese Schächte ist vom AN eine mobile Steighilfe vorzuhalten.
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Bekannte Bereiche mit besonderen Gefährdungen müssen angegeben werden.
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Die Abrechnungsgrundlage für Inspektionsleistungen ist die tatsächlich untersuchte Rohrlänge. Das Öffnen und Schließen von Schachtabdeckungen, Rostverschraubungen etc. wird nicht gesondert vergütet und ist in den EP einzurechnen.
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Die Überprüfung der Inspektionsanlage anhand von standardisierten Testbildern ist vom AN auf Verlangen des AG vorzunehmen. Diese Leistung wird nicht gesondert vergütet.
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Das Inspektionspersonal darf nur in Abstimmung mit dem AG gewechselt werden. Der AG behält sich das Recht vor, einen Wechsel des Untersuchungspersonals zu verlangen.
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Während der optischen Inspektion ist der zu untersuchende Teil des Systems von Abwasser freizuhalten. Hierzu sind vom AN geeignete Maßnahmen zu treffen. Im Ausnahmefall darf der zu untersuchende Kanal mit nicht mehr als 10 % des Querschnitts mit Wasser gefüllt sein. Durch den ggf. entstehenden Rückstau dürfen keine Schäden entstehen. Sind bei dem zu untersuchenden Kanal mehr als 10% des Querschnitts durch Wasser gefüllt, hat sich der AN in Absprache mit der örtlichen Bauüberwachung über das weitere Vorgehen abzustimmen. Ggf. kann die örtliche Bauüberwachung in Absprache mit dem Betreiber/Nutzer die Reduzierung von Zuflüssen aus Leitungen veranlassen (z. B. Küchen, Toiletten, Waschplätze).
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Die Geschwindigkeit der Kamera muss dem Objektzustand angepasst werden. Eine Kamerageschwindigkeit von 10 cm/s ist nicht zu überschreiten. Hierdurch soll die ingenieurtechnische Auswertung der Videoaufzeichnungen optimiert werden.
Beim Einsatz der Kugelbild-Scantechnik ist die Fahrgeschwindigkeit dem gewählten Bildaufnahmeintervall anzupassen.
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In verschwenkter Kameraposition ist - außer zur Aufzeichnung eines Längsrisses - keine Axialfahrt zulässig. Eine ruhige Kameralage in der Rohrachse ist während der optischen Inspektion zu gewährleisten.
Schachtinspektion
Für die Schachtinspektion gelten grundsätzlich dieselben Anforderungen an die Durchführung und Dokumentation wie bei der Inspektion von Kanälen und Leitungen.
Der AN ist davon in Kenntnis zu setzen, wenn in der Liegenschaft Schächte ohne fest eingebaute Steighilfen betrieben werden. In diesen Schächten sind fehlende Steighilfen nicht zu dokumentieren. Für den Einstieg in diese Schächte ist vom AN eine mobile Steighilfe vorzuhalten.
Es ist eine indirekte Schachtinspektion in Kombination mit einer Videodokumentation durchzuführen.
Qualifikation
Bewerber für die Inspektion von Abwassersystemen müssen die erforderliche Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit sowie eine Gütesicherung - bestehend aus Fremd- und Eigenüberwachung - nachweisen. Der Nachweis gilt als erbracht, wenn das Unternehmen im Besitz des entsprechenden RAL-Gütezeichens "I" der Gütegemeinschaft "Güteschutz Kanalbau" oder eines gleichwertigen Gütezeichens ist. Ersatzweise kann ein Fremdüberwachungsvertrag für die jeweilige Einzelmaßnahme vorgelegt werden, bei der die Anforderungen der RAL-Güte- und Prüfbestimmungen GZ 961 zu erfüllen sind [RAL-GZ 961].
Ausrüstung
Es sind nachfolgende Anforderungen an die Ausrüstung der Inspektionseinrichtungen zu erfüllen:
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Die TV-Anlage muss für analoge Videosignale der PAL-Norm für Farbfernsehen entsprechen.
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Die Kamera muss ab DN 200 neben der axialen Sicht eine stufenlose Veränderung der Blickrichtung zulassen, z. B. durch einen Dreh-Schwenkkopf.
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Zusätzlich wird stets ein seitenrichtiges aufrechtes Bild während der Bewegung in der Rohrachse gefordert, so dass die permanente Orientierung gewährleistet ist.
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Das Beleuchtungssystem ist so auszulegen, dass eine Strecke von mindestens einem Meter hinreichend ausgeleuchtet wird und die Helligkeit dem jeweiligen Objektzustand angepasst werden kann.
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Die Kameraoptik muss in der Lage sein, einen Bereich von 0,1 m bis mindestens 1,5 m vor der Kamera scharf abzubilden (Tiefenschärfebereich).
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Für Inspektionen kleiner Nennweiten bis einschließlich DN 100 sind Satelliten- bzw. Schiebekameras mit Dreh-Schwenkkopf mit einer Untersuchungslänge bis mindestens 35 m einzusetzen.
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Die Kameraanlage muss eine technische Vorrichtung besitzen, die eine zentrische Positionierung der Linse ermöglicht.
Untersuchungsbericht
Für jedes inspizierte Objekt sind nachfolgende Anforderungen an den Umfang der Informationen in einem Untersuchungsbericht in tabellarischer oder grafisch aufbereiteter Form zu erfüllen.
Kanäle und Leitungen
In einem Untersuchungsbericht für Kanäle oder Leitungen müssen mindestens enthalten sein:
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Grundlageninformationen (vgl. Anh. A-2.3.4) im Kopf des Untersuchungsberichtes:
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Bezeichnung des inspizierten Objektes (Haltung, Leitung)
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Bezeichnung des Zu- und Ablaufknotens
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Inspektionsrichtung
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Inspektionsdatum
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weitere Grundlageninformationen (vgl. Anh. A-2.3.4):
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Ort und Straße
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Liegenschaftsbezeichnung
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Firma und Inspekteur
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Inspektionsverfahren und Kamerasystem
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Art des Datenträgers (Speichermedium)
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Fortlaufende Nummerierung des Datenträgers
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Inspektionslänge
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Wetterverhältnisse
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Profilart, Höhe, Breite, Material, Innenschutz, Kanalart
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Anschlussinformationen (bei Abzweigen und Stutzen)
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Informationen für jede Feststellung:
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Stationierung
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Videoreferenz (Time-Code, Framenummer)
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Kodierung gem. festgelegtem Kodiersystem (Anhang A-2.3.7.1) einschließlich Quantifizierungen und Streckenfeststellungen
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Langtext der Kodierung
Die Informationen müssen übersichtlich und nachvollziehbar im Untersuchungsbericht angeordnet sein. Die Darstellung der Feststellungen kann in tabellarischer oder grafisch aufbereiteter Form (z. B. als Haltungsgrafik) erfolgen.
Es stehen Beispiele für eine Haltungsgrafik als PDF-Datei zur Verfügung.
Letzte Aktualisierung: 01.12.2015
 
Schächte und Inspektionsöffnungen
In einem Untersuchungsbericht für Schächte oder Inspektionsöffnungen müssen mindestens enthalten sein:
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Grundlageninformationen (vgl. Anh. A-2.3.5) im Kopf des Untersuchungsberichtes:
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Bezeichnung des inspizierten Objektes (Schacht, Inspektionsöffnung)
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Inspektionsdatum
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weitere Grundlageninformationen (vgl. Anh. A-2.3.5):
*
Ort und Straße
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Liegenschaftsbezeichnung
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Firma und Inspekteur
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Inspektionsverfahren
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Art des Datenträgers (Speichermedium)
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Fortlaufende Nummerierung des Datenträgers
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Vertikaler Bezugspunkt und Bezugspunkt für die Lage am Umfang
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Schachtskizze (Draufsicht) mit Lage der Anschlüsse
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Anschlussinformationen (Umfang gemäß festgelegtem Kodiersystem)
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Informationen für jede Feststellung:
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Vertikale Lage
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Videoreferenz (Time-Code, Framenummer)
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Kodierung gem. festgelegtem Kodiersystem (Anhang A-2.3.7.2) einschließlich Quantifizierungen und Streckenfeststellungen
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Langtext der Kodierung
Die Informationen müssen übersichtlich und nachvollziehbar im Untersuchungsbericht angeordnet sein. Die Darstellung der Feststellungen kann in tabellarischer und zusätzlich in grafisch aufbereiteter Form (z. B. als Schachtskizze) erfolgen.
Es steht ein Beispiel für eine Schachtgrafik als PDF-Datei zur Verfügung.
Letzte Aktualisierung: 10.10.2008