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A-2.3.8 Bild- und Videodokumentation
Direkte optische Inspektion
Im Rahmen der direkten optischen Inspektion begehbarer Haltungen sind neben der Protokollierung des Istzustandes die festgestellten Schäden anhand von Fotos oder Filmaufnahmen zu dokumentieren.
Schächte und Inspektionsöffnungen sind nur in begründeten Einzelfällen optisch direkt zu inspizieren.
Die Zustandserfassung von Schächten und Inspektionsöffnungen anhand von Fotos oder Filmaufnahmen ist grundsätzlich mittels indirekter optischer Inspektion durchzuführen.
 
Indirekte optische Inspektion
Der Istzustand von Schächten und Inspektionsöffnungen sowie nicht begehbaren Haltungen und Leitungen ist durch Videoaufzeichnungen bei der TV-Inspektion zu dokumentieren. Die Kamera ist so zu führen, dass ein vollständiger Eindruck vom Zustand des Rohres entsteht. Hierzu ist z. B. bei erkennbaren oder vermuteten Abweichungen einer Muffe oder eines Übergangsbereichs vom regulären Zustand an diesen Stellen der volle Umfang des Rohres abzuschwenken.
Neben den o.a. Anforderungen an die technische Ausrüstung müssen die Videos mit Einblendungen versehen sein, damit eine geordnete Identifikation der Informationen möglich ist. Die Einblendungen auf den analogen bzw. digitalen Videos werden wie folgt unterschieden:
*
Dauereinblendungen (permanent sichtbare Einblendungen):
Time-Code, Stationierung, Untersuchungsrichtung, Bezeichnung Zulaufknoten, Bezeichnung Ablaufknoten, Datum, Uhrzeit und Videoband-Nr. bzw. Datenträger-Nr.
*
Einmalige Einblendungen am Beginn einer Haltungs- bzw. Leitungsinspektion:
Name der Inspektionsfirma, Liegenschaftsbezeichnung, Straßenname, Material und Durchmesser
*
Einblendungen zur Zustandsbeschreibung:
Zustandsbeschreibung im Langtext, numerischer Zusatz gemäß Anh. A-2.3.7, die Lage im Querschnitt nach Zifferblatt-Notation, Kommentar als Freitext und bei Bedarf die Foto-Nr.
Jede Einblendung muss mindestens für 5 Sekunden sichtbar bleiben. Die Farbe der Einblendung muss sich vom jeweiligen Hintergrund abheben.
Die in der Bauverwaltung des Bundes und der Länder eingeführte Erfassungssoftware BaSYS (vormals KanDATA-Windows) unterstützt die Ausgabe von Zustandsgrafiken für Haltungen, Leitungen und Schächte sowie die direkte Ansteuerung von Videobändern und digitalen Zustandsfilmen. Voraussetzung hierfür ist eine fehlerfreie gemäß den Anforderungen (vgl. Anh. A-2.3.3) durchgeführte Dokumentation der Zustandsdaten sowie deren Synchronisation mit digitalen Zustandsfilmen.
Anforderungen an digitale Bilddateien
Bei der Beauftragung von digitalen Bilddateien sollte folgende Mindestqualität vereinbart werden:
*
Abmessung: 768 x 568 Bildpunkte
*
Auflösung: 200 dpi (Bildschirmauflösung)
*
Farbtiefe: 24 bit (RGB-Echtfarben)
*
empfohlenes Bildformat: JPEG-Format der JointPhotographic Experts Group.
Anforderungen an digitale Zustandsfilme
Bei der Ausschreibung von digitalen Zustandsfilmen ist zu vereinbaren:
*
Für jedes inspizierte Objekt ist jeweils eine eigene Filmdatei zu erstellen.
*
Bei Aufzeichnung eines Time-Code sind die digitalen Zustandsfilme vollständig mit den Zustandsdaten unter Verwendung des Datenbereiches "Filme" in einem Zustandsdatenkollektiv (vgl. Anh. A-7.5) zu synchronisieren.
*
Die Wiederholrate der Bilddarstellung (fps) muss unabhängig vom digitalen Videoformat konstant 25 Bilder pro Sekunde betragen.
Aufgrund der Vielzahl technischer Möglichkeiten bei digitalen Videoaufzeichnungen ergeben sich nicht unerhebliche Unterschiede bei der Qualität der Aufzeichnungen. Auf Basis der für analoge Videobänder geforderten Mindestqualität "SVHS" sollte diese auch für digitale Zustandsfilme gelten.
SVHS-Qualität wird mit digitalen Aufzeichnungen im MPEG2-Format mit einer Bildübertragungsrate von 4 Mbit/s oder im MPEG4-Format mit variabler Bildübertragungsrate unter Vorgabe der Bildgröße und der Bildkomprimierung erzielt. Zur Betrachtung von digitalen Zustandsfilmen im MPEG2- oder MPEG4-Format werden software- und hardwareseitig besondere Anforderungen an das Computersystem gestellt. Für die Qualität ist nicht nur das Dateiformat sondern auch eine bestimmte Videodatenrate erforderlich. In Abhängigkeit vom jeweiligen Format und der Qualität ergibt sich der zu verwendende Datenträger (CD-ROM oder DVD).
Tab. A-2 - 99 Spezifikationen digitaler Videoformate
Video-Format
Video-Format nach Spezifikation
Auflösung
[Bildpunkte]
vgl. PAL-Auflösung
erf. Videodatenrate
[mbit/s]
erf. Datenträger
MPEG1
MPEG1-VCD
352 x 288
1/4 PAL
1,15
(konstant)
CD-ROM
MPEG2
MPEG2-SVCD
480 x 576
2/3 PAL
2,52 (konstant oder variabel)
CD-ROM
MPEG2
MPEG2-DVD
720 x 576
1/1 PAL
4-5 (konstant oder variabel)
DVD
MPEG4
-
352 x 288
1/4 PAL
*
CD-ROM
MPEG4
-
640 x 480
-
*
DVD
MPEG4
-
720 x 576
1/1 PAL
*
DVD
* Die Datenrate ist abhängig vom verwendeten Videocodec.
MPEG1
Das MPEG1-Format ist nur für Aufzeichnungen in VHS-Qualität geeignet. Die MPEG1-VCD Spezifikation sollte daher nur in Ausnahmefällen gefordert werden, wenn die Hardwarevoraussetzungen oder andere Randbedingungen keine bessere Qualität zulassen.
MPEG2
Unter den o.g. Voraussetzungen wird empfohlen, von Anbietern das MPEG2-SVCD, besser noch das MPEG2-DVD Format, zu fordern. Diese Formate können mit der Standard-Schnittstelle Video for Windows (MCI), die standardmäßig in jedem Windowssystem ab der Version 95A integriert ist, auf einem Computersystem mit leistungsfähigem Prozessor und einem handelsüblichen Softwarevideoplayer mit MPEG2-Decoder (z. B.: WinDVD) abgespielt werden.
MPEG4
Beim MPEG4-Format können keine eindeutigen Richtlinien festgelegt und Empfehlungen abgegeben werden. Die Auflösung sollte aber nicht unter 640 x 480 Bildpunkten liegen. Die Datenrate ist abhängig von dem verwendeten Videocodec, der sowohl für das Erzeugen als auch das Betrachten von MPEG4-Videodateien erforderlich ist. Somit lässt sich die Qualität nur anhand eines Referenzvideos beurteilen.
Ein weiteres Entscheidungskriterium ist auch, in welchem Format (z. B.: *.avi *.mov, *.wmv) das MPEG4-Video erstellt wird und auf welchen Playern es abgespielt werden soll. Hier bietet sich das AVI-Format an, da es auf Windowssystemen von einer großen Anzahl von Softwarevideoplayern abgespielt werden kann. Dazu ist eine Einschränkung der zu verwendenden Videocodecs auf diejenigen, die innerhalb des AVI-Formates umgesetzt werden können, notwendig.
Außerdem muss der Anbieter nachweisen, dass er den verwendeten Videocodec lizenziert hat und dem Auftraggeber keine weiteren Kosten durch die Verwendung des Videocodecs entstehen. Die Weitergabe eines Videocodecs an Dritte muss ausdrücklich zulässig sein.
Zusätzlich sind für das Abspielen von MPEG4-Videos hardware- als auch softwareseitig besondere Anforderungen zu beachten. Die Grafikkarte muss über genügend Geschwindigkeit und Speicher verfügen, der Prozessor muss ausreichend leistungsfähig sein. Direct-X ab der Version 8.1 und der Mediaplayer ab Version 8.0 müssen auf dem System installiert sein.
DVD
Generell ist anzuraten, vom Bewerber ein Referenzvideo bei der Angebotsabgabe anzufordern. Gleiches gilt insbesondere auch, wenn der Datenträger eine DVD ist. Aufgrund unterschiedlicher Aufzeichnungsverfahren (z. B.: DVD+R, DVD-R, DVD+RW, DVD-RW) und Qualitäten der DVD-Medien kann im Zweifelsfall nur durch ein Muster sichergestellt werden, dass der Datenträger mit dem DVD-Laufwerk des Auftraggebers kompatibel ist. Als weitergehende Maßnahme zur Qualitätssicherung sollte der Anbieter vertraglich dazu verpflichtet werden, nur qualitativ hochwertige DVD-Rohlinge anerkannter Markenhersteller zu verwenden und diese nicht mit einfachen Labeln zu bekleben, da der verwendete Klebstoff sich in einem DVD-Laufwerk erhitzen kann und der Datenträger dadurch unter Umständen unlesbar wird.
Festplatten
Wegen der immer günstiger werdenden Preise für Speicherplatz stellen mobile Festplattenlaufwerke eine wirtschaftliche Alternative zu nur ein Mal beschreibbaren Medien dar und sollten bei der Ausschreibung in Betracht gezogen werden. Die erforderliche Speicherkapazität ist wegen der Erfahrungswerte besser durch den Anbieter ermittelbar. Für eine schnelle Datenübertragung sollte das Gerät über einen Anschluss gemäß der USB-2.0-Spezifikation verfügen.