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A-2.5.5 Prüfungsanforderungen für bestehende einzelne Rohrverbindungen
Luftüberdruckprüfung
Zur Prüfung bestehender einzelner Rohrverbindungen empfiehlt das [DWA-M 149-6] die Luftüberdruckprüfung anzuwenden. Folgende Anforderungen sind dabei zu beachten:
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Die nach [DWA-M 149-6] empfohlene Vergrößerung des Prüfraumes mittels eines Druckkessels findet keine Anwendung, da in der Praxis die Umsetzung erhebliche messtechnische Probleme bereitet.
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Bei der Prüfung bleiben das Volumen der Luftzuführungsschläuche und das Rohrverbindungsvolumen unberücksichtigt. Der Prüfdruck muss im Prüfraum gemessen werden.
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Prüfdruck: 100 mbar (10 kPa).
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Zulässige Druckdifferenz: 15 mbar (1,5 kPa).
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Beruhigungszeit: Die Beruhigungszeit ist nicht vorgeschrieben, sondern kann nach Ermessen des Sachkundigen gewählt werden. Als Richtwert kann eine Beruhigungszeit von mindestens 30 Sekunden angenommen werden.
Die Prüfzeiten für die Grenzwerte I und II errechnen sich gemäß [DWA-M 149-6] nach folgenden Formeln:
Prüfzeit für Grenzwert I
Prüfzeit für Grenzwert II
 
mit
L in m
= durchschnittliche Rohrlänge in der Haltung
 
Vp in m³
= Prüfraumvolumen
 
DN in mm
= Durchmesser der zu prüfenden Leitung
Die Mindestprüfzeit beträgt 5 Sekunden.
Hinweis
Bei der Prüfung mit Luft aller Rohrverbindungen einer Haltung wird empfohlen, die Mittelwertberechnung nach [DWA-A 139] Anhang A anzuwenden, wenn der berechnete Mittelwert die zulässige Druckdifferenz von 15 mbar nicht überschreitet. Eine Mittelwertberechnung ist nur zulässig, wenn bei allen Einzelprüfungen der erforderliche Anfangsprüfdruck aufgebaut werden konnte und der Druck innerhalb der Prüfdauer 50% des Anfangsprüfdrucks nicht unterschreitet.
Bei der Durchführung von Dichtheitsprüfungen von Rohrverbindungen an bestehenden Leitungen sind folgende Hinweise zu beachten:
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Bei zementgebundenen Leitungen können auf Grund erhöhter Wandrauigkeit Probleme bei der Abdichtung des Prüfraumes auftreten.
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Bei biegeweichen Rohren können bei Vorhandensein von Deformationen ebenfalls Probleme bei der Abdichtung des Prüfraumes auftreten, weil der Prüfpacker mit seiner Dichtmanschette die Deformation nicht immer kompensieren kann.
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Bei bestehenden Leitungen kann die Rohrwandungsinnentemperatur in Abhängigkeit der abzuleitenden Abwassermenge höher sein, als die Temperatur des das Rohr umgebenden Bodens. Dadurch kann es während der Prüfung durch Abkühlung des Rohres zu einem Abfall des Prüfdruckes kommen, welcher nicht mit einer Undichtigkeit im Zusammenhang steht.