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Sie sind hier: Startseite Arbeitshilfen Abwasser  > Anhänge  > A-2 Reinigung und Inspektion > A-2.5 Dichtheitsprüfung > A-2.5.6 Prüfungsanforderungen für Kanäle, Leitungen und Schächte innerhalb von Wassergewinnungsgebieten
A-2.5.6 Prüfungsanforderungen für Kanäle, Leitungen und Schächte innerhalb von Wassergewinnungsgebieten
Für Dichtheitsprüfungen von abwassertechnischen Anlagen innerhalb von Wassergewinnungsgebieten gelten unabhängig vom Prüfanlass sowie von Art und Lage der abwassertechnischen Anlage folgende Abweichungen bzw. Ergänzungen gegenüber Prüfungen außerhalb von Wassergewinnungsgebieten (vgl. Anh. A-2.5.2, A-2.5.3, A-2.5.4 und Anh. A-2.5.5):
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Die Prüfung darf nur von einem unabhängigen, qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden.
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Für Schächte ist eine Dichtheitsprüfung mit Wasser erforderlich (vgl. Anh. A-2.5.1).
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Dichtheitsprüfungen von Rohrverbindungen (Muffenprüfungen) bedürfen der Zustimmung der Aufsichtsbehörde.
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Für Freispiegelleitungen mit einer Verlegetiefe von mehr als fünf Metern sind Dichtheitsprüfungen mit Luft unzulässig. In diesem Fall ist eine Wasserdruckprüfung durchzuführen. Es ist dann mit einem Prüfdruck entsprechend einer Wasserauffüllung bis zur Schachtoberkante bzw. bis zur maximal möglichen Wasserspiegellage (Rückstauebene) zu prüfen. Prüfdrücke über 50 kPa (= 5 mWS) sind zulässig.
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Gemäß [ATV-DVWK-A 142] dürfen Dichtheitsprüfungen sowohl mit Wasser als auch mit Luft sich nur über maximal eine Haltung und maximal 100 m Länge erstrecken. Im Falle von Haltungen oder Leitungen mit mehr als 100 Metern Prüfstrecke ist eine Prüfzeitverlängerung nach folgender Formel zu berücksichtigen:
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Bei der Prüfung nach LfW Merkblatt 4.3-6 Teil 2 werden die Prüfzeiten gegenüber der Prüfung außerhalb von Wassergewinnungsgebieten pauschal um 50 % verlängert.
A-2.5.6.1 Wasserdruckprüfung für Kanäle, Leitungen und Schächte
Für die Durchführung einer Wasserdruckprüfung in Wassergewinnungsgebieten gelten die Prüfbedingungen gemäß Tab. A-2 - 109[ATV-DVWK-A 142].
Tab. A-2 - 109 Prüfungsanforderungen für die Wasserdruckprüfung in Wassergewinnungsgebieten
Prüfbedingungen "Wasserdruckprüfung"
- Abwasserkanäle und -leitungen und Schächte -
- innerhalb von Wassergewinnungsgebieten -
Prüfbedingungen
Kanäle und Leitungen
Kanäle und Leitungen einschließlich Schächten
Schächte
Prüfdruck
Hydrostatischer Druck durch Schachtfüllung bis Oberkante oder maximal möglicher Wasserspiegellage, bezogen auf den Rohrscheitel:
mindestens 10 kPa (= 1 m Wassersäule)
Vorfüllzeit
Nicht vorgeschrieben, üblicherweise: 1 h
Prüfdauer
45 min
Zulässige Wasserzugabe
0,15 l/m²
0,2 l/m²
0,4 l/m²
A-2.5.6.2 Luftüberdruckprüfung für Kanäle und Leitungen
Für die Durchführung einer Luftüberdruckprüfung in Wassergewinnungsgebieten sind die Prüfbedingungen gemäß Tab. A-2 - 110 zugrunde zu legen [ATV-DVWK-A 142].
Tab. A-2 - 110 Prüfungsanforderungen für die Luftüberdruckprüfung in Wassergewinnungsgebieten
Prüfbedingungen "Luftüberdruckprüfung"
- Abwasserkanäle und -leitungen -
- innerhalb von Wassergewinnungsgebieten -
Prüfdruck
p0
Zul. Druckverlust
Prüfzeit t [min]
DN 100
DN 200
DN 300
DN 400
DN 600
DN 800
DN 1000
20 kPa (200 mbar)
1,5 kPa (15 mbar)
2,5
5
7
10
14
19
24
10 kPa (100 mbar)
1,5 kPa (15 mbar)
3,5
7
10
14
21
28
35
Zwischenwerte und Prüfzeiten für größere Nennweiten können mit folgenden Formeln berechnet werden:
für p0 = 20 kPa: t = 24 x d in min (mit Innendurchmesser d in m)
für p0 = 10 kPa: t = 34,5 x d in min (mit Innendurchmesser d in m)
Bei t < 5 min ist auf die nähere halbe Minute und bei t > 5 min auf die nähere ganze Minute zu runden.
A-2.5.6.3 Luftunterdruckprüfung für Kanäle und Leitungen
Für die Durchführung einer Luftunterdruckprüfung in Wassergewinnungsgebieten sind die Prüfbedingungen gemäß Tab. A-2 - 111 zugrunde zu legen [ATV-DVWK-A 142].
Tab. A-2 - 111 Prüfungsanforderungen für die Luftunterdruckprüfung in Wassergewinnungsgebieten
Prüfbedingungen "Luftunterdruckprüfung"
- Abwasserkanäle und -leitungen -
- innerhalb von Wassergewinnungsgebieten -
Prüfdruck
p0
Zul. Druckverlust
Prüfzeit t [min]
DN 100
DN 200
DN 300
DN 400
DN 600
DN 800
DN 1000
-20 kPa (-200 mbar)
1,1 kPa (11 mbar)
2,5
5
7
10
14
19
24
-10 kPa (-100 mbar)
1,1 kPa (11 mbar)
3,5
7
10
14
21
28
35
Zwischenwerte und Prüfzeiten für größere Nennweiten können mit folgenden Formeln berechnet werden:
für p0 = 20 kPa: t = 24 x d in min (mit Innendurchmesser d in m)
für p0 = 10 kPa: t = 34,5 x d in min (mit Innendurchmesser d in m)
Bei t < 5 min ist auf die nähere halbe Minute und bei t > 5 min auf die nähere ganze Minute zu runden.
A-2.5.6.4 Infiltrationsprüfung für Kanäle, Leitungen und Schächte
Für die Durchführung einer Infiltrationsprüfung in Wassergewinnungsgebieten müssen folgende Prüfanforderungen erfüllt sein [ATV-DVWK-A 142]:
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Die Höhe des Grundwasserspiegels muss über dem Rohrscheitel liegen und mindestens der maximal möglichen Wasserspiegellage (Rückstauebene) im Kanalnetz entsprechen.
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Bei nicht ausreichend hohem Grundwasserspiegel, kann der durch das Grundwasser auf das Prüfobjekt wirkende Druck durch das Anlegen eines Unterdruckes im Prüfraum erhöht werden.
Die Höhe des erforderlichen Unterdruckes ergibt sich aus der Differenz der maximal möglichen Wasserspiegellage (Rückstauebene) und dem Grundwasserstand. Nachdem der Unterdruck 45 min angelegt wurde, wird der Prüfabschnitt mittels einfacher Sichtprüfung auf infiltrierendes Grundwasser untersucht oder eine Infiltrationsmessung durchgeführt. Ein sichtbarer Wassereintritt ist unzulässig. Zur zweifelsfreien Beurteilung, ob ein sichtbarer Wassereintritt erfolgte, ist der beaufschlagte Unterdruck sowie der eventuell eingetretene Druckanstieg über die gesamte Prüfzeit aufzuzeichnen und für die Beurteilung heranzuziehen.