Arbeitshilfen Abwasser
Startseite·Suche·Hilfe·Kontakt·Datenschutz·Impressum
KapitelAnhängeMaterialienService
Sie sind hier: Startseite Arbeitshilfen Abwasser  > Anhänge  > A-5 Regenwasserbewirtschaftung > A-5.3 Entsiegelung
A-5.3 Entsiegelung
Unter einer Entsiegelung versteht man die Verringerung der Bodenversiegelung, indem eine bestehende Versiegelung durch Abriss oder Rückbau der vorhandenen Bebauung beseitigt wird. Die natürliche Bodenfunktion kann zumindest partiell wiederhergestellt werden, wenn undurchlässige Flächenbefestigungen entweder ganz entfernt oder durch teildurchlässige Flächenbefestigungen ersetzt werden. Die Entsiegelung soll dabei nicht nur eine ökologische Funktion haben, sondern insbesondere auch eine Verbesserung des Wohnumfeldes bewirken [Arthen, M., 1996]. Oberflächenversiegelungen sind deshalb nach Möglichkeit zu vermeiden. Auf Flächen mit notwendigen Befestigungen, z.B. bei Verkehrsflächen, sind, falls dies nutzungsbedingt möglich ist, Teilversiegelungen vorzusehen (wasserdurchlässiger Oberbau).
Zur Minimierung der Versiegelung durch befestigte Flächen ist die Vorgehensweise im nachfolgenden Ablaufschema dargestellt:
Abb. A-5 - 4 Vorgehensweise bei der Minimierung der Versiegelung
Eine Entsiegelung, d.h. die Beseitigung von versiegelten Flächen wird kaum jemals wirtschaftlich sein, wenn keine besondere Nachnutzung erfolgt. Dennoch ist der Rückbau von nicht mehr benötigten Flächenbefestigungen eine sinnvolle Maßnahme im Zuge der Sanierung und Umgestaltung einer Liegenschaft.
Als durchlässige Flächenbefestigungen kommen in erster Linie entsprechende Pflastersysteme in Betracht. Es wurde festgestellt, dass im Laufe der Standzeit aufgrund des Eintrages von mineralischen und organischen Feinanteilen das Infiltrationsvermögen von Pflasterflächen deutlich abnimmt [Borgwardt, S., 1996], [Borgwardt, S. et al. 1994]. Deshalb können auch Pflastersysteme mit aufgeweiteten Fugen, Sickeröffnungen oder diejenigen aus haufwerksporigem Beton nicht als abflusslos angesehen werden. Nach DIN 1986 (DIN EN 12056) ist von folgenden Abflussbeiwerten auszugehen:
Betonsteinpflaster, in Sand oder Schlacke verlegt;
Flächen mit Platten
Ψ = 0,7
Pflaster mit Fugenanteil > 15 %
Ψ = 0,6
wassergebundene Flächen
Ψ = 0,5