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A-4.2.2 Niederschlag
Die Wahl der Niederschlagbelastung hat einen entscheidenden Einfluss auf sämtliche Berechnungsergebnisse. Es dürfen daher nur die regional bzw. örtlich zutreffenden Niederschlagsdaten verwendet werden. Als Grundlage zur Niederschlagabflussberechnung können
*
Regenspende,
*
Modellregen und
*
Starkregenserien
verwendet werden. Mit den statistischen Kenngrößen
*
Häufigkeit und
*
Dauer
können Regenspenden und Modellregen hinsichtlich ihrer Wahrscheinlichkeit des Auftretens eingeordnet werden.
Regenspende
Ortsgültige Regenspenden in Abhängigkeit von Häufigkeit und Dauer können dem KOSTRA-Atlas des Deutschen Wetterdienstes (DWD) [Deutscher Wetterdienst, KOSTRA-DWD-2010R] entnommen oder aus KOSTRA-Daten berechnet werden.
Modellregen
Modellregen sind auf Grundlage ortsgültiger Regenspenden des KOSTRA-Atlas des DWD [Deutscher Wetterdienst, KOSTRA-DWD-2010R] zu entwickeln. Die Aufstellung von Modellregen erfolgt gemäß EULER, Typ II. Grundlage hierfür sind gegebene Regenspenden bestimmter Häufigkeit und Dauer. Als Mindestdauer ist das Zweifache der längsten Fließzeit im Kanalnetz zu wählen. Bei der längsten Fließzeit ist die maximale Entleerungszeit von Speicherbauwerken zu berücksichtigen. Das Verfahren ist im Anhang A des [DWA-A 118] beschrieben.
Starkregenserien
Starkregenserien werden aus kontinuierlichen, langjährigen Niederschlagsaufzeichnungen, sog. Zeitreihen zusammengestellt. Aus der Zeitreihe werden relevante Niederschlagsereignisse entnommen und zu einer Starkregenserie zusammengestellt. Ein Niederschlagsereignis ist relevant, wenn es an mindestens einem Schacht im Kanalnetz zu einem Überstau bzw. zu einer Überflutung führen könnte.
Mit den Ereignissen der Starkregenserie wird das zu berechnende Kanalnetz belastet. Überstauungen bzw. Überflutungen werden hierdurch berechnet wobei anschließend durch eine statistische Auswertung der Ergebnisse die Überstau- bzw. Überflutungshäufigkeiten ausgerechnet werden. In Abhängigkeit der nachzuweisenden Überstauhäufigkeit nerf ist gem. nachfolgender Tabelle eine Mindestdauer der Registrierungen erforderlich.
Tab. A-4 - 2 Empfohlene Richtwerte zur Mindestdauer von Nieder­schlags­registrierungen
Überstauhäufigkeit nerf [1/a]
Mindestdauer der Registrierungen [a]
1 bis 0,5
10
0,33
15
0,2
20
0,1
30
0,05
50
0,033
70
0,02
100
Der Deutsche Wetterdienst stellt auf Anfrage örtlich zutreffende Registrierungen in ausreichendem Umfang gegen Gebühren zur Verfügung. Die Erstellung der für die Berechnung erforderlichen Starkregenserie aus dem Niederschlagskontinuum ist in der Literatur beschrieben, z. B. in [ITWH, 2003] bzw. im Anhang C des [DWA-A 118].