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Sie sind hier: Startseite Arbeitshilfen Abwasser  > Anhänge  > A-4 Hydraulische Berechnungen > A-4.3 Berechnung von Regen- und Mischwassernetzen > A-4.3.6 Hydrodynamische Einzelsimulation
A-4.3.6 Hydrodynamische Einzelsimulation
Mit Hilfe der hydrodynamischen Einzelsimulation erfolgt die Berechnung einfacher und komplexer Netze.
Die hydrodynamische Einzelsimulation dient der Nachweisführung gem. Anh. A-4.3.2 und der Berechnung des hydraulischen Auslastungsgrades gem. Anh. A-4.3.3.
Niederschlagsbelastung
Die erforderliche Häufigkeit nerf der zu verwendenden Modellregen ist in Anlehnung an die zulässigen Überstau- und Überflutungshäufigkeiten gemäß [DWA-A 118] der Tab. A-4 - 4 zu entnehmen (vgl. Anh. A-4.2.2).
Tab. A-4 - 4 Häufigkeiten für Modellregen der hydrodynamischen Einzelsimulation
Ort1
Überstauhäufigkeit nerf [1/a]
Überflutungshäufigkeit nerf [1/a]
Außengebiete, aufgelockerte Bebauung
0,5
0,1
Unterkunftsbereich, normale Bebauung
0,33
0,05
normale Betriebs- und
Werkstättenbereiche
0,2
0,033
Betriebsbereiche mit erhöhtem
Schutzbedürfnis
0,1
0,02
Angepasst an die örtlichen Gegebenheiten in Bundesliegenschaften
Berechnung
Die Beschreibung der hydrodynamischen Einzelsimulation ist der Literatur zu entnehmen, z. B. [FUCHS, L. et al. 1998]. Man erhält als Ergebnis an jedem Schacht den zeitlichen Verlauf der hydraulischen Kenngrößen h, Q und v in Form von Ganglinien.
Die Bemessung des Kanalnetzes erfolgt iterativ. Zunächst ist ein z. B. mit dem Zeitbeiwertverfahren vorbemessenes Kanalnetz vorzugeben. In weiteren Schritten ist das Kanalnetz solange zu verändern, bis unter Einhaltung der Zielgrößen ein nach wirtschaftlichen und ökologischen Erwägungen optimales Ergebnis erzielt wird.
Zielgrößen
Das Verfahren zum Nachweis der geforderten Überstau- bzw. Überflutungshäufigkeit ist im Anh. A-4.3.2 beschrieben.
Bewertung
Das Abflussverhalten wird mit der hydrodynamischen Simulation sehr genau, z. B. mit Berücksichtigung von Rückstaueffekten, nachvollzogen. Von einer hydrodynamischen Einzelsimulation kann jedoch nicht auf die tatsächlich vorhandene Überstau- bzw. Überflutungshäufigkeit geschlossen werden. Zum Nachweis der tatsächlichen Funktionsfähigkeit des Kanalnetzes ist eine hydrodynamische Seriensimulation erforderlich (vgl. Kap. A-4.3.7).