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A-6.2.1 Reparaturverfahren
Allgemeines
Reparaturverfahren sind reine Instandsetzungsverfahren zur Sanierung punktueller Einzelschäden (Wiederherstellung des Sollzustands).
Mit steigender Anzahl an Einzelschäden innerhalb eines Kanals wird der Einsatz von Reparaturtechniken zunehmend unwirtschaftlich. Ab einer gewissen Anzahl von Einzelschäden bietet sich bei geeigneten Bedingungen dann der Einsatz von Renovierungsverfahren an.
Injektionsverfahren
Bei den Injektionsverfahren wird zwischen Verfahren mit stabilisierender und ohne stabilisierende Wirkung unterschieden.
Injektionsverfahren ohne stabilisierende Wirkung (Materialeinsatz: Gel) werden i. d. R. zur temporären Vorabdichtung bei Grundwasserinfiltration eingesetzt. Die eigentliche Sanierung erfolgt im Nachgang mit einem eigenständigen Reparaturverfahren.
Zur Sanierung größerer Einzelschäden mit Wandausbrüchen und sichtbaren Hohlräumen bzw. bei Grundwasserinfiltration eignen sich im Wesentlichen Injektionsverfahren mit stabilisierender Wirkung (Materialeinsatz: Harz). Mit Hilfe dieser Injektionsverfahren werden Hohlräume (umgebendes Erdreich) und fehlende Teile innerhalb der Rohrwand ersetzt. Die Rohrwand wird stabilisiert und abgedichtet und so ein weiteres Nachbrechen loser Teile verhindert. Die Sanierung erfolgt von außen nach innen. Die Sanierungsergebnisse wirken optisch rustikal, sind aber von hoher Beständigkeit.
Ein weiteres Injektionsverfahren mit stabilisierender Wirkungen ist das Flutungsverfahren. In Abhängigkeit von Nenndurchmesser und Schadensumfang kann aufgrund des hohen Materialverbrauchs das Flutungsverfahren nur in engen Grenzen eingesetzt werden. Der Einsatz erfolgt i. d. R. in einseitig zugänglichen und verzweigten Grundleitungsnetzen (z. B. Grundleitungen unterhalb von Gebäuden).
Roboterverfahren
Mit Hilfe der Robotertechnik kann eine Sanierung von Undichtigkeiten, Brüchen und Fehlstellen durch Verspachtelung oder Verpressung innerhalb der Rohrwand durchgeführt werden. Es handelt sich dabei um ein Standardverfahren, welches sehr zuverlässig und flexibel eingesetzt werden kann. Die Sanierungsergebnisse sind beständig und widerstandsfähig gegenüber betrieblichen Einflüssen. Die Sanierungsoberflächen schließen i. d. R. wandbündig mit der Rohrinnenseite ab.
Vor Ort härtende Kurzliner
Vor Ort härtende Kurzliner ermöglichen eine punktuelle Sanierung von Rohrverbindungen, Rissen und fehlenden Wandungsteilen durch Überkleben der Schadstellen. Eine nicht ausreichende mechanische Klebeflächenvorbereitung und Verklebung kann zum Ablösen der Kurzliner und somit zu schweren betrieblichen Störungen führen.
Vor Ort härtende Kurzliner führen durch den Auftrag auf der Rohrinnenfläche zu einer geringfügigen Querschnittsverringerung.
Innenmanschetten
Im Gegensatz zu vor Ort härtenden Kurzlinern kann beim Einsatz von Innenmanschetten systemabhängig auf Kunstharz verzichtet werden. Innenmanschetten sind in diesen Fällen dann auch in Trinkwassergewinnungsgebieten einsetzbar. Zudem ist auch der Einsatz bei drückendem Grundwasser möglich. Im Anschluss an den Einbau können solche Innenmanschetten noch nachjustiert werden.
Innenmanschetten sind i. d. R. aus Edelstahlmanschetten und entweder elastischen Gummidichtelementen oder Kunstharzbeschichtung aufgebaut. Im Bereich von Auswinkelungen und Versätzen etc. sind sie daher weniger flexibel einsetzbar.
Wie vor Ort härtende Kurzliner führen auch Innenmanschetten zu einer geringfügigen Querschnittsverringerung.
Zulaufanbindung
Die Zulaufanbindungssanierung kann in Abhängigkeit der jeweiligen Zulauf- und Schadenssituation auf Grundlage verschiedener Reparaturtechniken durchgeführt werden. Neben Injektionsverfahren und Robotertechnik kann die Sanierung auch mittels Kurzlinertechnik (Hutprofil) erfolgen.
Partielle Erneuerung
Neben den Innensanierungsverfahren können auch punktuelle Erneuerungen zur Reparatur lokaler Schadensstellen eingesetzt werden.