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A-6.2.1.8 Zulaufanbindung mit Injektionsverfahren
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Injektionsgeräte zur Zulaufanbindung werden in der Literatur und z. B. bei der RAL-GZ-Kennzeichnung ebenfalls den "Robotern" zugeordnet.
Die Zulaufanbindung mit Injektionsverfahren erfolgt mit Gerätesystemen, die je nach Sanierungsanforderung mit unterschiedlicher Injektionstechnik ausgestattet sein können. Im Wesentlichen werden Schalungsschilder oder Vollflächenpacker im Hauptrohr sowie vom Grundgerät aus einsetzbare Blasen zur Abdichtung des Raumes zwischen Anschlussleitung und Sanierungsgerät eingesetzt.
Für die Injektion wird das Injektionsmaterial (kunststoffmodifizierter Zementmörtel oder Isocyanatharz, z. B. Polyurethan- oder Silikatharz) bzw. deren Einzelkomponenten über Schlauchleitungen an die Injektionseinheit herangeführt, spätestens im Sanierungsgerät zwangsvermischt und unter Druck in die zuvor vorbereiteten und eingeschalten Anbindungsbereiche eingepresst. In den ausgefüllten Schalungsbereichen und den dahinter liegenden Hohlräumen erstarrt das Injektionsmaterial druckfest. Hohlräume (auch im Bereich des Zulaufs) werden lokal stabilisiert und fehlende Rohrteile ersetzt.
Die erforderlichen Materialmengen sind schadensstellenbezogen verfügbar und nicht durch Kleingebinde (am Gerät befindliche Materialbehälter) mengenmäßig eingeschränkt.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
Mineralisches Injektionsmaterial (PCC):
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Haechler-Roboter (RAL-GZ: S10.11);
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Strobel-Stutzenverpressung (RAL-GZ: S10.13).
Isocyanatharz:
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Janßen-Stutzen-Verfahren.
Anwendungsbereich
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Bei zurückliegenden, ausgebrochenen oder vorstehenden Zuläufen;
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Bei Strukturschäden, Rissen, fehlenden Wandungsteilen, Scherbenbildung und sonstigen Schäden im Anschlussbereich bei Einsatz von Injektionsgeräten mit Vollflächenpackern;
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Bei einer Sanierungslänge von 10 bis 30 cm in den Zulauf hinein;
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Lokale Beseitigung der Schadensursache, z. B. von Bettungsdefiziten;
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I. d. R. von DN 200 bis DN 600 im Hauptrohr (Kreisprofil) und DN 100 bis DN 200 in Anschlussleitungen;
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Für alle Rohrwerkstoffe je nach verwendetem Injektionsmaterial, bis auf gemauerte Kanäle;
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Bei unter Druck eindringendem Grundwasser;
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Als vorbereitende Maßnahme, z .B. zur Heranführung von zurückliegenden Anschlussleitungen, vor Linereinbau.
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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I. d. R. keine Vorflutsicherung erforderlich;
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Zugängliche Kontrollschächte oberhalb und unterhalb der Schadstelle erforderlich;
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Vorfräsarbeiten im defekten Anschlussbereich zur Schaffung ausreichenden Verpressraums und Vorbereitung der Klebeflächen;
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Bei vorbereitenden Maßnahmen vor dem Linereinbau und in Kunststoffrohren sind als Injektionsmaterial vorzugsweise Isocyanatharze (z. B. Polyurethanharz, Silikatharz) zu verwenden; ansonsten sind alle gängigen Verpressmaterialien geeignet;
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Verbleibt im Hauptrohr systembedingt ein Kragen um die Zulaufmündung herum (z. B. Hächler- und Janßen-Stutzen-Verfahren), ist dieser wieder zu beseitigen, wenn nachfolgend ein Linereinbau vorgesehen ist.
Vorteile
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Sanierungsmaßnahmen in offener Bauweise können auch bei erheblichen Schäden häufig vermieden werden.
Nachteile
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Kein Einsatz bei Temperaturen 0 °C (Materialauskühlung in den Schlauchzuführungen);
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Systembedingter Materialkragen umschließt i. d. R. die Zulaufmündung;
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Materialverbrauch im Vorfeld schwer kalkulierbar (i. d. R. Vergütung auf Nachweis erforderlich).
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Zwangsvermischung der Einzelkomponenten des Injektionsmaterials vor Injektionsaustritt (insbesondere bei Harzinjektion);
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Nachweis der hygienetechnischen Unbedenklichkeit mittels Säulenversuch (einschließlich Reaktionsphase);
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Materialreste der Einzelkomponenten sind ordnungsgemäß zu entsorgen.
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In Wasserschutzgebieten kann gemäß Vorgaben der zuständigen Behörde die Einholung einer wasserrechtlichen Erlaubnis erforderlich sein.
Bauzeit
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Pro Tag können unter günstigen Voraussetzungen ca. 3 bis 4 Stutzen saniert werden.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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VSB-Empfehlung Nr. 3 "Zulaufanbindung" (vgl. Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Hindernisse beseitigen
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Reinigung
Hauptposition
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Schadensstellen vorbereiten (Fräsen)
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Punktuelle Spülung zur Beseitigung des Fräsguts
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Injektion der Zulaufbereiche (Positionskriterien: Nennweite, Schadensausmaß)
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Materialverbrauch
Nacharbeiten
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Beseitigung überschüssigen Injektionsmaterials von Rohroberfläche bzw. aus Kanal
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S10-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden.
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Im Falle der Vergütung des Injektionsmaterials auf Nachweisbasis (i. d. R. nur bei Harz-Injektion) ist der Materialverbrauch zu überwachen.
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S10-Verfahren
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S10-Verfahren
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S10-Verfahren.