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A-6.2.1.9 Zulaufanbindung mit Roboterverfahren
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Beim Roboterverfahren zur Zulaufanbindung kommen weitestgehend die gleichen Robotergeräte zum Einsatz wie beim Roboterverfahren zur Rohrsanierung (vgl. Anh. A-6.2.1.4).
Für die Zulaufanbindung werden die Robotergeräte mit anwendungsspezifischen Werkzeugen ausgestattet.
Im Wesentlichen werden Schalungsschilder oder -manschetten im Hauptrohr sowie vom Grundgerät aus einsetzbare Seitenzulaufblasen zur Abdichtung des Raumes zwischen Anschlussleitung und Sanierungsgerät eingesetzt.
Die Sanierung mit Robotern läuft generell nach folgendem Prinzip ab:
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Fräsen bzw. Bohren zur Aufarbeitung der Anschlussstelle
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Reinigung der Fräsbereiche
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Verpressen i .d. R. mit 2-Komponenten-Epoxidharz
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Schleifen
Die Materialzufuhr erfolgt über Materialkartuschen mit vorgemischtem Harzmaterial. Die Aushärtung des Materials findet unter Umgebungstemperatur oder vereinzelt durch Wärmezufuhr statt.
Die weichen bis zähflüssigen Verpressmaterialien füllen den Schalungsbereich vollständig aus und erstarren druckfest. Eine Hohlraumverfüllung findet in Abhängigkeit der Materialviskosität nicht immer vollständig statt. Aufgrund der Materialviskosität erfolgt i. d. R. keine vollständige lokale Stabilisierung der Hohlräume.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
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KATE-Verfahren (RAL-GZ: S10.01);
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RS-PrimoRobot (RAL-GZ: S10.05);
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KASRO-Kanalsanierrobotik (RAL-GZ: S10.10).
Anwendungsbereich
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Bei zurückliegenden, ausgebrochenen oder vorstehenden Zuläufen;
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Bei Strukturschäden, Rissen, fehlenden Wandungsteilen, Scherbenbildung und sonstigen Schäden im Anschlussbereich (i. d. R. ohne größere Ausbrüche);
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Bei einer Sanierungslänge von 8 bis 15 cm in den Zulauf hinein;
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I. d. R. von DN 200 bis DN 600 im Hauptrohr (Kreisprofil) und DN 100 bis DN 250 in Anschlussleitungen; Eiprofile nur bedingt (systemabhängig, ggf. im oberen Rohrbereich der Profile möglich);
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Für alle nicht schweißfähigen Rohrwerkstoffe;
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Bei drucklos eindringendem Grundwasser;
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Als vorbereitende Maßnahme, z .B. zur Heranführung von zurückliegenden Anschlussleitungen, vor Linereinbau.
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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I. d. R. keine Vorflutsicherung im Hauptkanal erforderlich;
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Vorflutsicherung im Zulauf erforderlich;
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Die Geräte sind selbstfahrend. Einsatz i. d. R. bei einseitiger Zugänglichkeit möglich;
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Bei unter Druck eindringendem Grundwasser ist eine Vorabdichtung von Schadstellen erforderlich;
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Beachtung einer sorgsamen Materialvermischung, um ein vollständiges Aushärten des Materials sicherstellen zu können.
Vorteile
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Nur geringer Materialauftrag (ohne nennenswerte Querschnittsreduzierung);
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Die eingesetzten Sanierungsmaterialien weisen gegenüber dem Rohrwerkstoff i. d. R. die besseren Materialeigenschaften auf.
Nachteile
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Keine Behebung der Schadensursache, z. B. von Bettungsdefiziten;
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Scherbenbildungen und komplexe Rissstrukturen in unbewehrten Rohrmaterialien (z. B. STZ und B) müssen im Hauptkanal zusätzlich saniert werden;
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Erforderliche Fräsarbeiten verursachen ggf. eine Destabilisierung der Schadensbereiche (insbesondere bei zurückliegenden Stutzen).
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Nachweis der hygienetechnischen Unbedenklichkeit mittels Säulenversuch (einschließlich Reaktionsphase);
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Materialreste der Einzelkomponenten sind ordnungsgemäß zu entsorgen.
Bauzeit
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Pro Tag können unter günstigen Voraussetzungen ca. 3 bis 5 Stutzen saniert werden.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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VSB-Empfehlung Nr. 3 "Zulaufanbindung" (vgl. Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Hindernisse beseitigen
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Reinigung
Hauptposition
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Schadensstellen vorbereiten (Fräsen)
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Punktuelle Spülung zur Beseitigung des Fräsguts
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Verspachtelung/Verpressung der vorbereiteten Anbindungsstelle lunkerfrei (Positionskriterien: Nennweite, Schadensumfang)
Nacharbeiten
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Nachschleifen der Sanierungsstelle (Materialübergänge an Fräskanten zur Qualitätskontrolle)
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Beseitigung überschüssigen Epoxidharzmaterials von der Rohroberfläche bzw aus Kanal
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S10-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden.
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Insbesondere die Vorfräsarbeiten zur Schaffung ausreichenden Verpressraums und Vorbereitung der Klebeflächen sind kontinuierlich zu überprüfen (z. B. anhand von Videoaufzeichnungen).
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S10-Verfahren.
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S10-Verfahren.
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S10-Verfahren.