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A-6.2.1.10 Zulaufanbindung mit Hutprofilen
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Die Einbindung von Zuläufen beim Schlauchlining erfolgt i. d. R. mittels Hutprofiltechnik. Hutprofile bestehen aus einem auf die Zulaufsituation und -geometrie vorkonfektionierten Trägermaterial mit einem mindestens 5 cm breiten Kragen, der die Rohrmündung im Hauptkanal umschließt, und einem in den Zulauf einragenden, mindestens 10 cm langen Schlauchlinerstück. Das Trägermaterial des Hutprofils sollte vorzugsweise dem des Schlauchliners entsprechen (i. d. R. Synthesefaserfilz oder Glasfasergewebe). Das Trägermaterial wird vor Ort mit einem Mehrkomponenten-Harzsystem getränkt (Laminat). Hutprofile werden mit speziellen Zulaufpackern am Zulauf positioniert, das Anschlusspassstück im Anschluss positioniert und durch Expansion des Packers an die Rohrwand im Hauptkanal und in der Anschlussleitung gepresst. Die Reaktion des Harzes findet i. d. R. unter Umgebungstemperaturen statt und verklebt das Laminat mit dem Altrohr.
Anstelle des Kragens im Hauptrohr kann systembedingt auch ein Kurzliner verwendet werden, der in das Schlauchlinerstück für den Zulauf eingearbeitet ist.
Bei der Zulaufanbindung mit Hutprofilen kommen Grundgeräte analog zu vor Ort härtenden Kurzlinern zum Einsatz (vgl. Anh. A-6.2.1.5).
Für Zulaufanbindungen an Liner aus PE-HD werden verschweißbare Hutprofile eingesetzt. Der Kragen besteht aus PE-HD und wird mit Hilfe einer integrierten Heizwendel mit dem Liner verschweißt. In diesen Kragen eingearbeitet ist ein Schlauchlinerstück, das mit Harz getränkt den Übergang in den Zulauf sicherstellt.
Hutprofile sind grundsätzlich nur in Verbindung mit Renovierungsmaßnahmen (Liner) geeignet. Für den Einsatz im Reparaturbereich sind Zulaufanbindungstechniken wie z. B. Injektions- oder Roboterverfahren zur Zulaufanbindung vorzuziehen.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
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Roboter Cosmic 2000 (RAL-GZ: S14.02);
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Insituform HPT (RAL-GZ: S14.03);
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UV-lichthärtendes Brandenburger Hutprofil (RAL-GZ: S14.05);
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KASRO Hutprofiltechnik (RAL-GZ: S14.06);
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System AKE (verschweißbare Hutprofile für PE-Liner).
Anwendungsbereich
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Zulaufanbindung in Verbindung mit Renovierungsmaßnahmen (bei Linerwerkstoffen);
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Rohrwerkstoffe mit Abzweigformteilen (z. B. abgescherte Zulaufrohre);
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I. d. R. nicht zur Stutzenanbindung;
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DN 200 bis DN 700 im Hauptrohr (Kreisprofil) und DN 100 bis DN 200 in Anschlussleitungen (systemabhängig); Eiprofile nur bedingt (systemabhängig, ggf. im oberen Rohrbereich der Profile möglich);
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Bei einer Sanierungslänge von 10 bis 150 cm in den Zulauf hinein (system- und geometrieabhängig, im Einzelfall auch größere Einbindetiefe möglich);
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Bedingt auch bei drucklos eindringendem Grundwasser.
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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I. d. R. keine Vorflutsicherung im Hauptkanal erforderlich;
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Vorflutsicherung im Zulauf erforderlich;
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bei unter Druck eindringendem Grundwasser ist eine Vorabdichtung von Schadstellen erforderlich;
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Folienoberflächen von Linern müssen im dichten und betriebssicheren Verbund (Klebeflächenvorbereitung) entfernt werden;
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Sorgsame Vorbereitung der Klebeflächen im Haupt- und Anschlussrohr (im gesamten Rohrumfang) zur Sicherstellung einer dauerhaften Verklebung bzw. Haftung;
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Geometriekonforme Konfektionierung erforderlich.
Vorteile
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Flexibler Einsatz möglich (z. B. Anschlusswinkel);
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Sichere Verbindungsmöglichkeit durch flächige Verklebung der Liner.
Nachteile
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Lokale Querschnittsreduzierung von ca. 6 bis 8 mm;
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Keine Behebung der Schadensursache, z. B. von Bettungsdefiziten;
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Hohe Fehleranfälligkeit bei Durchführung der Laminat-Imprägnierung vor Ort (Tränkung des Trägermaterials) gegeben.
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Nachweis der hygienetechnischen Unbedenklichkeit mittels Säulenversuch (einschließlich Reaktionsphase);
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Materialreste der Einzelkomponenten sind ordnungsgemäß zu entsorgen.
Bauzeit
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Bei guten Baustellenbedingungen ca. 3 bis 5 Hutprofile am Tag.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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VSB-Empfehlung Nr. 3 "Zulaufanbindung" (vgl. Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Hindernisse beseitigen
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Reinigung
Hauptposition
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Folien von Linern im Klebflächenbereich entfernen und Klebeflächen vorbereiten (Bürsten, schleifen)
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Punktuelle Spülung zur Beseitigung des Fräsguts
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Einbau des Hutprofils (Positionskriterien: Nennweite, Länge, Geometrie)
Nacharbeiten
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Ggf. Beseitigung überschüssigen Harzmaterials von Rohroberfläche bzw. aus Kanal
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z.B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S14-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden.
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Insbesondere die Vorfräsarbeiten zur Klebeflächenvorbereitung sind kontinuierlich zu überprüfen (z. B. anhand von Videoaufzeichnungen).
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Die Materialübergänge müssen unter Verwendung von überschüssigem Harz möglichst sauber ausgebildet werden.
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S14-Verfahren.
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S14-Verfahren.
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S14-Verfahren.