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A-6.2.2.2 Close-Fit-Lining
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Beim Close-Fit-Lining werden werkseitig hergestellte und verformte (quasi gefaltete) Rohre aus PE-HD oder modifiziertem PVC-U-Material i. d. R. über vorhandene Kontrollschächte in das zu sanierende Rohr eingezogen. Die vorverformten Rohrstränge sind in diesem Zustand auf etwa 40 % des Ursprungs- bzw. Enddurchmessers reduziert. Im Altrohr werden diese unter Druck und Dampfzufuhr so rückverformt, dass die Liner eng an der Altrohrwand anliegen. Die Close-Fit-Verfahren werden auch als Verformungsverfahren bezeichnet.
Die Liner werden in Abhängigkeit der statischen Anforderungen grundsätzlich in unterschiedlichen Wanddicken hergestellt. Um eine bessere Inspizierbarkeit zu ermöglichen, sind die Liner auch in heller Innenfarbe herstellbar. Die Liner werden werkseitig konfektioniert und in ihrer Gesamtlänge auf eine Trommel gewickelt. Die maximal mögliche Einbaulänge ist somit durch die Nennweite und die Transportmöglichkeiten (Trommel) begrenzt.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
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U-Liner (RAL-GZ: S25.01);
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RAULINER (RAL-GZ: S25.02);
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Compact-Pipe (RAL-GZ: S25.03);
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Uponor-Omega-Liner (RAL-GZ: S25.05).
Anwendungsbereich
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Geeignet für Freispiegel- und Druckleitungen;
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Bei allen Rohrwerkstoffen;
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Bei weitgehend intakter Rohroberfläche (keine starken Verschleiß- oder Korrosionserscheinungen);
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In Rohren ohne signifikante Lageabweichungen;
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I. d. R. Kreisprofile DN 100 bis DN 450.
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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Bis DN 450 i. d. R. keine Einziehgrube erforderlich;
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Zulaufanbindung meist in offener Bauweise oder bei PE-HD-Linern mit speziellen verschweißbaren Hutprofilen;
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Stellen mit deutlicher Grundwasserinfiltration sind vorab abzudichten;
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Altrohrkalibrierung erforderlich.
Vorteile
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Kein verbleibender Ringraum;
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Kurze Bauzeit;
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Keine Steckverbindungen;
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Der Liner ist hydraulisch sehr glatt und widerstandsfähig gegen aggressives Abwasser und mechanische Beanspruchung;
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Schächte mit nicht gekrümmtem Gerinne können durchfahren werden;
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Geringe Querschnittsreduzierung;
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PE-HD und PP gelten als gut chemikalienbeständig und besitzen ein sehr gutes Zeitstandverhalten, ausreichende Langzeitbeständigkeit gegen chemischen und biologischen Angriff und sind unlöslich in allen organischen Lösungsmitteln;
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Werkseitig gefertigte Rohre mit definierten Materialeigenschaften.
Nachteile
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Gefahr einer nicht vollständigen Rückverformung beim Einbringen in das Altrohr (Faltenwurf), insbesondere bei Versätzen, Lageabweichungen und Nennweitentoleranzen im Altrohr;
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Nicht geeignet für Schäden wie Lageabweichungen und Rohrbruch.
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Bauzeit
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Vorarbeiten wie Aufbau der Apparatur, Befestigung des Zugkopfs und Vorerwärmung des Inliners: ca. 2 Stunden (ohne Reinigung und Inspektion);
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Einzug des Liners: ca. 2 m/min;
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Bedampfung, Abkühlung und Abtrennen der Endstücke: ca. 4 bis 9 Stunden;
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Bei Verwendung von Linern auf PVC-Basis: Heizphase von ca. 2 Stunden;
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Bei Verwendung von PE-HD-Materialien: Heizphase von ca. 5 bis 7 Stunden.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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VSB-Empfehlung Nr. 13 "Close-Fit-Lining" (vgl. Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Kalibrierung zur Ermittlung des Rohrquerschnittes und Ermittlung der Haltungslänge
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Hindernisse beseitigen
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Reinigung
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Einmessen der Hausanschlüsse
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Vorflutsicherung im Hauptkanal und in Seitenzuläufen während des gesamten Einbauvorganges
Hauptposition
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Linereinzug und Rückverformung (Positionskriterien: Nennweite, Länge, statische Erfordernisse)
Nacharbeiten
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Zulaufanbindung (i. d. R. in offener Bauweise)
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Schachtanbindung und Ringspaltverschluss
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Dichtheitsprüfung
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S25-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden;
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Kanäle müssen stets hindernisfrei sein;
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Einhaltung der DVS-Richtlinien für die Schweißarbeiten (Zulaufanbindung);
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Heiz- und Abkühlzeiten zur Linerrückverformung.
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch z.B. nach RAL-GZ 961 für S25-Verfahren.
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch z.B. nach RAL-GZ 961 für S25-Verfahren.
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach z.B. RAL-GZ 961 für S25-Verfahren.