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Sie sind hier: Startseite Arbeitshilfen Abwasser  > Anhänge  > A-6 Sanierungsverfahren > A-6.2 Sanierungsverfahren für Kanäle im nicht begehbaren Bereich > A-6.2.3 Erneuerungsverfahren
A-6.2.3 Erneuerungsverfahren
Allgemeines
Mit größer werdendem Schadensausmaß wird der Einsatz von Renovierungstechniken zunehmend unwirtschaftlich. Bei stark beschädigten Rohrabschnitten bietet sich dann die Umsetzung von Erneuerungsmaßnahmen an. Bei hydraulischen Überlastungen können als Sanierungsmaßnahme i. d. R. nur Erneuerungsverfahren eingesetzt werden, indem vorhandene Kanäle durch neue größer dimensionierte ausgetauscht werden.
Die Erneuerung umfasst die Herstellung neuer Kanäle in alter oder neuer Linienführung, welche die Funktion der alten, dann stillgelegten oder rückgebauten übernehmen. Die Ausführung kann in offener oder geschlossener Bauweise erfolgen.
Stillgelegte Kanäle sind auszubauen oder vollständig zu verfüllen (vgl. Kap. 3.2.1, Absatz (10)). Für die Verfüllung kann fließ- oder spülfähiges Material verwendet werden, z. B.
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Einfüllen von Dämmer oder Fließbeton,
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Zuspülen mit Sand oder Kiessand und
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Verblasen von Kies.
Für den Einsatz von Erneuerungsverfahren sind die statischen Anforderungen gemäß [ATV-DVWK-A 127] und für Vortriebsrohre gemäß [ATV-A 161] zu beachten. Zur Festlegung der relevanten Lastfälle sind i. d. R. Baugrunduntersuchungen erforderlich.
Offene Bauweise
Die Erneuerung in offener Bauweise entspricht der herkömmlichen Bautechnik, d. h. im offenen und i. d. R. verbauten Graben.
Bei z.B. beengten Platzverhältnissen, in Naturschutzgebieten und für die Unterquerung von Verkehrswegen sind Erneuerungsverfahren in offener Bauweise oft nicht geeignet oder nicht wirtschaftlich einsetzbar. In diesen Fällen bietet sich i. d. R. der Einsatz von Erneuerungsverfahren in geschlossener Bauweise an.
Geschlossene Bauweise
Die Erneuerung in geschlossener Bauweise kann in alter oder neuer Trasse durchgeführt werden.
Für Maßnahmen in neuer Trasse werden im nicht begehbaren Bereich i. d. R. die etablierten Microtunneling-Verfahren eingesetzt, die im Rahmen der rein baulichen Kanalsanierung nur selten Anwendung finden. Einen Sonderfall stellt das Horizontal-Spül-Bohr-Verfahren dar. Hierbei handelt es sich um ein Spülbohrverfahren, bei dem zunächst eine bedingt steuerbare Pilotbohrung hergestellt wird. Im Anschluss erfolgt eine Aufweitung und Stützung des Bohrlochs, durch welches dann das neue Rohr eingezogen werden kann. Das Verfahren wird üblicherweise nur bei starken Höhenunterschieden (Gefälle > 4 %) oder im Druckrohrbereich eingesetzt.
Zur Erneuerung in alter Trasse kommen i. d. R. die beiden Verfahren Berstlining oder Überfahren/Microtunneling zum Einsatz.
Beim Berstlining werden vorhandene Kanäle mit Hilfe eines Berst- oder Aufweitkopfs zerstört und in das umgebende Erdreich verdrängt. Gleichzeitig wir d dabei ein neues Rohr von gleichem Durchmesser oder in begrenztem Umfang und in Abhängigkeit von Geologie und Altrohrbettung auch von größerem Durchmesser eingebracht.
Mit Hilfe des Microtunneling wird der alte Kanal über eine Microtunneling-Maschine überfahren und mit speziellen Abbauwerkzeugen (Fräsen) rückgebaut. Dadurch ist grundsätzlich eine Nennweitenvergrößerung möglich. Der neue Kanal kann durch die exakte Steuerbarkeit der Microtunneling-Maschinen in genauer Linienführung eingebracht werden. Das Microtunneling ist im Vergleich zum Berstlining i. d. R. das technisch aufwändigere Verfahren.