Arbeitshilfen Abwasser
Startseite·Suche·Hilfe·Kontakt·Datenschutz·Impressum
KapitelAnhängeMaterialienService
Sie sind hier: Startseite Arbeitshilfen Abwasser  > Anhänge  > A-6 Sanierungsverfahren > A-6.3 Sanierungsverfahren für Kanäle im begehbaren Bereich > A-6.3.1 Reparaturverfahren > A-6.3.1.3 Injektionsverfahren mit Gel
A-6.3.1.3 Injektionsverfahren mit Gel
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Für die Injektion von Gel werden Öffnungen in die Rohrwandung des Altrohrs gebohrt, die Injektionspacker darin fixiert und über spezielle Injektionslanzen das Gel unter Druck in die Schadstellen und den anstehenden Boden injiziert. Dort erstarrt das Material und erzeugt einen Dichtmantel außerhalb des Rohres.
Als Injektionsmaterialien werden Gele auf der Basis von Acrylharz und Polyurethan verwendet. Diese Materialien sind bei fehlender Umgebungsfeuchte nicht volumenstabil (keine Druckübertragung möglich), so dass die Gefahr der Bildung einer erneuten Undichtigkeit besteht. Daher werden Injektionsverfahren mit Gel heutzutage i. d. R. nur noch zur temporären Abdichtung von sichtbaren Undichtigkeiten (In-/Exfiltration) als vorbereitende Maßnahme für die eigentliche Sanierungsmaßnahme oder zu Abdichtungszwecken bei anstehendem Grundwasser eingesetzt.
Die Injektionspackeröffnungen werden im Nachgang i. d. R. mittels einer Mörtelverspachtelung zur Rohrinnenseite hin wieder verschlossen.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
*
Injektions-Verfahren (RAL-GZ: S20.02).
Anwendungsbereich
*
Bei sichtbaren Undichtigkeiten (In-/Exfiltration durch undichte Rohrverbindungen, evtl. Querrisse), keine stabilisierende Wirkung;
*
Alle Profilarten ab DN 800;
*
Für alle Rohrwerkstoffe;
*
Zur Abdichtung bei anstehendem Grundwasser. Starke Grundwasserströmung kann zu Abschwemmung des Injektionsmaterials führen.
Technische Anforderungen und Randbedingungen
*
Längerfristige Wirkung der Gel-Abdichtung nur in permanent nassen oder grundwasserdurchströmten Bodenbereichen möglich;
*
Statische Tragfähigkeit der Altrohre muss gesichert sein.
Vorteile
*
Bei Trockenwetterabfluss i. d. R. keine Vorflutsicherung erforderlich.
Nachteile
*
Durchführung - insbesondere Anordnung der Injektionspacker - nur durch besonders geschultes und erfahrenes Personal.
Rechtliche und ökologische Anforderungen
*
Zwangsvermischung der Einzelkomponenten des Dichtmittels vor Injektionsaustritt;
*
Nachweis der hygienetechnischen Unbedenklichkeit mittels Säulenversuch (einschließlich Reaktionsphase);
*
Ordnungsgemäße Entsorgung von Materialresten der Einzelkomponenten;
*
In Wasserschutzgebieten kann gemäß Vorgaben der zuständigen Behörde die Einholung einer wasserrechtlichen Erlaubnis erforderlich sein.
Bauzeit
*
In Abhängigkeit des Schadensbilds, der erforderlichen Anzahl Injektionspacker und Injektionsgaben.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
*
VSB-Empfehlung Nr. 10 "Reparatur begehbare Kanäle" (vgl. Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
*
Hindernisse beseitigen
*
Reinigung
Hauptposition
*
Injektion von Schadensbereichen, punktuell oder streckenförmig
Nacharbeiten
*
Beseitigung überschüssigen Injektionsmaterials von Rohroberfläche bzw. aus Kanal
*
Rückbau bzw. Verschluss der Injektionspacker
Bauüberwachung
*
Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch) müssen kontinuierlich überprüft werden.
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
*
Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch.
Für das Sanierungssystem
*
Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch.
Für die Arbeitsabläufe
*
Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch.