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A-6.3.2.3 Wickelrohr-Lining
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Beim Wickelrohr-Lining wird ein werkseitig hergestellter Kunststoff-Profilstreifen beim Einbringen in die zu sanierende Haltung kontinuierlich zu einem durchgehenden Rohr spiralförmig zusammengewickelt. Die Ränder des Profilstreifens sind hierbei so gestaltet, dass eine wasserdichte, dauerhafte Verbindung (Prinzip "Nut und Feder") entsteht.
Das Spezial-Steg-Profil, i. d. R. aus PVC-U oder systemabhängig auch aus PE-HD, wird durch eine spindelförmige Wickelung kontinuierlich in die zu sanierende Haltung eingebracht. Die "Nut-und-Feder-Verbindung" ist ein im Profil integrierter Schnappverschluss. Sie durchläuft die gesamte Berührungsfläche und stellt somit die Verbindung der einzelnen Rohrwindungen dar. In die Profilverbindung wird während der Wickelung ein Klebstoff eingebracht. Dadurch wird eine zusätzliche Sicherheit hinsichtlich der Wasserdichtheit erzielt.
Die Steg-Profile können zusätzlich mit Stahlverstärkungen ausgestattet werden. PE-HD-Profile sind grundsätzlich stahlverstärkt. Die Verbindungsschlösser werden zudem verschweißt.
Die Wickelmaschine wird im Schacht fixiert und das Wickelrohr drehend bis zum nächsten Schacht bewegt (durch Wickelvorgang). Alternativ bewegt sich die Wickelmaschine während des Wickelvorgangs durch den Kanal nachdem das Wickelrohrende am Schacht fixiert wurde.
Anders als beim klassischen Wickelrohr-Lining mit Ringraum erfolgt bei der Variante ohne Ringraum nach der Einbringung eine Aufweitung des Wickelrohrs gegen die Rohrwand.
Die Anbindung von Anschlussleitungen ist vorzugsweise in offener Bauweise durchzuführen (insbesondere bei Wickelrohr mit Ringraum). In Abhängigkeit der örtlichen Randbedingungen ist die Einbindung auch von innen mit einer Hutmanschette (PE-HD verschweißt) oder einer anderen Zulaufanbindungstechnik (EP-b)
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
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Wickelrohrlining (RAL-GZ: S38-Verfahren);
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Ohne Ringraum: Expanda-Pipe-Verfahren.
Anwendungsbereich
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In Freispiegelleitungen;
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I. d. R. Kreisprofile von DN 800 bis DN 2400, systemabhängig auch bis DN 5000, auch andere Profile;
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Streckenlängen bis zu 200 m;
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Bei Standsicherheitsproblemen;
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In Schächten und in Bogenbereichen.
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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In Abhängigkeit des Systems kann der Einbau bei gleichzeitigem Abwasserabfluss (bis etwa 25 % des Rohrquerschnitts) durchgeführt werden. Beim Verdämmen muss die Vorflut in jedem Fall gesichert werden;
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Bei Grundwasserinfiltration ist eine Vorabdichtung der Schadstellen erforderlich;
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I. d. R. temporärer Schachtumbau zur Aufnahme der Gerätetechnik erforderlich;
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Zulaufanbindung i. d. R. in offener Bauweise. Je nach Material und Nennweite ist die Einbindung auch in geschlossener Bauweise möglich.
Vorteile
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Flexibel einsetzbar;
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Geringer Zeitaufwand;
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keine Baugruben erforderlich;
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Standsicherheit kann auch bei Altrohrzustand III nach [ATV-M 127-2] wieder hergestellt werden (mit Ringraum);
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Ohne Ringraum: geringe Querschnittsreduzierung.
Nachteile
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Mit Ringraum: Querschnittsreduzierung;
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Aufwändige Wiederanbindung von Anschlussleitungen in offener und geschlossener Bauweise.
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Für die Ringraumverfüllung werden meist zementgebundene Werkstoffe verwendet, von denen nach heutigem Erkenntnisstand keine Umweltgefährdung ausgeht.
Bauzeit
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Einschließlich Vorarbeiten (Einmessen der seitlichen Zuläufe, Aufstemmen des Gerinnes und Auf- und Abbau der Wickeleinrichtung) und Verdämmung des Ringraums: ca. 1 bis 2 Tage pro Haltung;
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Die Arbeitsgeschwindigkeit der Wickelmaschine ist abhängig vom Durchmesser der herzustellenden Wickelrohre. Im Mittel beträgt sie 1 m pro Minute.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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VSB-Empfehlung Nr. 16 "Wickelrohrlining" (vgl. Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Hindernisse beseitigen
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Anschlüsse abhängen
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Vorflutsicherung im Hauptkanal und in Seitenzuläufen i. d. R. während des gesamten Herstellvorgangs
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Reinigung
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Schachtumbauten
Hauptposition
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Liner herstellen aus Stegprofilen (Positionskriterien: Nennweite, statische Erfordernisse)
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Zulaufanbindung (i. d. R. in offener Bauweise)
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Schachtanbindung und Ringraumverschluss
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ggf. Ringraumverdämmung
Nacharbeiten
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Schachtteilwiederherstellung
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Dichtheitsprüfung
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S38-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden.
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Kontrolle der Profilverbindungen auf Unversehrtheit;
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Ordnungsgemäße Ringraumverdämmung (Ballastierung des Rohrstrangs und/oder Dichtekontrolle bei Einsatz von Porenleichtbeton).
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch z. B. nach RAL-GZ 961 für S38-Verfahren.
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch z. B. nach RAL-GZ 961 für S38-Verfahren.
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach z. B. RAL-GZ 961 für S38-Verfahren.