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A-6.3.2.4 Lining mit fest verankerter Kunststoffauskleidung
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Beim Lining mit fest verankerter Kunststoffauskleidung (z. B. Noppenbahnlining) ist eine statisch tragfähige Verdämmung zum Altrohr herzustellen. Der Verbund zwischen den formbaren PE-HD-Bahnen und der Verdämmung wird über den auf seiner Außenseite mit extrudierten Noppen ausgestatteten Liner sichergestellt.
Das Lining mit fest verankerter Kunststoffauskleidung basiert auf folgendem Grundsystem:
Der Liner wird werkseitig konfektioniert und vorbereitet. Die Fertigstellung erfolgt während des Einbauprozesses vor Ort, der bei kleinen begehbaren Nennweiten über die vorhandenen Schächte durchgeführt werden kann. Für den Einziehvorgang per zugkraftgeregelter Winde wird der Liner mechanisch gefaltet und im Anschluss durch Aufbringen von Wasserdruck in seine vorgesehene Form gebracht. Mit einem speziellen Injektionsbeton wird der Ringraum verfüllt. Dadurch wird neben der Verfüllung von Hohlräumen und Verfestigung von Scherben/Bruchstücken zwischen dem Beton und den Liner-Noppen eine Verzahnung und damit ein direkter mechanischer Verbund zwischen Altrohr und Liner hergestellt.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
Das Lining mit fest verankerter Kunststoffauskleidung lässt sich neben dem Grundsystem in drei weitere Verfahrensvarianten unterteilen:
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Prelinersystem: Bei vorhandenen Zuläufen und Grundwasserinfiltration ist vor Einbau des Grundsystems ein aus PE-HD bestehender Preliner einzuziehen. Es wird so ein Eindringen des Injektionsbetons in die Zuläufe und ein Entmischen des Injektionsbetons bei Grundwasserinfiltration verhindert.
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Doppelsystem: Bei höheren statischen Anforderungen können zwei Noppenbahnliner übereinander eingebaut werden. Der Querschnitt wird hierbei stark reduziert.
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Kontrollsystem: Verwendung von drei Linern i. d. R. für den Einsatz in Wasserschutzzone II.
Aufbau:
Kontrollbahn (mit Noppen besetzter Liner)
Preliner
Verfüllter Ringraum
Noppenbahnliner
Anwendungsbereich
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Im Freispiegelbereich;
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Alle Profilarten von DN 800 bis DN 2000 bzw. entsprechende Profilhöhen;
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Alle Rohrwerkstoffe;
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Im Bereich aggressiver Abwasserarten bzw. Kanalatmosphäre;
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Bedingt bei Lageabweichungen sowie deformierter und instabiler Altrohrsubstanz.
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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Vorflutsicherung während des gesamten Einbauvorgangs erforderlich;
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Zulaufanbindung von innen nur mit speziellen Hutprofilen, die am Liner verschweißt werden, möglich;
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Standsicherheit im Altrohr grundsätzlich erforderlich.
Vorteile
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Hohes Widerstandsvermögen der Liner gegen chemische und mechanische Belastungen;
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Dünnwandiges und tragfähiges Rohr-im-Rohr Verbundsystem.
Nachteile
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Querschnittsreduzierung;
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Maßnahmen zur Vorflutsicherung sind aufwändig;
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Starker Grundwasseraußendruck kann sich ungünstig auf das Gesamtsystem auswirken;
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Fixierung des Liners zur Sicherstellung der statisch relevanten Verdämmung im Unterbogenbereich schwierig.
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Bauzeit
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Bei guten Baustellenbedingungen bis zu 100 m innerhalb von zwei Tagen.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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Grundlage für Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen:
[DWA-M 143-10] "Sanierung von Entwässerungssystemen außerhalb von Gebäuden - Teil 10: Noppenschlauchverfahren für Abwasserleitungen und -kanäle";
RSV-Merkblatt Nr. 3 "Renovierung von drucklosen Abwasserleitungen und -kanälen durch Liningverfahren mit Ringraum".
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Hindernisse beseitigen
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Anschlüsse abhängen
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Reinigung, Kalibrierung
Hauptposition
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Liner herstellen aus Noppenbahnen (Positionskriterien: Nennweite, statische Erfordernisse)
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Zulaufanbindung
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Schachtanbindung und Ringraumverschluss
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Ringraumverdämmung
Nacharbeiten
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Dichtheitsprüfung
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Oberflächen wieder herstellen
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S35-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden.
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Einhaltung der DVS-Richtlinien für die Schweißarbeiten;
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Ordnungsgemäße Ringraumverdämmung (Ballastierung des Rohrstrangs und/oder Dichtekontrolle bei Einsatz von Porenleichtbeton).
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch z. B. nach RAL-GZ 961 für S35-Verfahren.
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch z. B. nach RAL-GZ 961 für S35-Verfahren.
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach z. B. RAL-GZ 961 für S35-Verfahren.