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A-6.4.2.1 Vor Ort härtendes Schlauchlining
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Die Vor-Ort-härtenden-Schlauchlining-Verfahren (CIPP-Verfahren: cured in place pipes) stellen heute das Standard-Renovierungsverfahren dar.
Beim Schlauchlining-Verfahren in Leitungen werden i. d. R. vor Ort mit Kunstharz getränkte Gewebeschläuche in die Leitung eingestülpt (Inversionsverfahren). In der Leitung werden die Liner mit Luft- oder Wasserdruck gegen die Altrohrwand aufgestellt und gegen die Rohrwand gepresst und dann ausgehärtet. Die Aushärtung erfolgt i. d. R. unter Wärmeeinfluss (Umgebungstemperatur, Heißwasser oder Dampf).
Die Linerwanddicke richtet sich nach den statischen Erfordernissen. Der Wandaufbau der Schlauchliner ist systemabhängig und i. d. R. dreischichtig:
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Außenfolie/-beschichtung;
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Trägermaterial mit Harz getränkt (ggf. mehrlagig);
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Innenfolie/-beschichtung.
Auf die Außenfolie wird in der Praxis teilweise verzichtet, um eine Verklebung mit dem Altrohr (nicht gesichert) zu erreichen.
Die Trägermaterialien bestehen entweder aus Synthesefaserfilz oder Textilgeweben (korrosionsbeständig).
Bei den Kunstharzen handelt es sich um Epoxidharz (EP-Harz), ungesättigtes Polyesterharz (UP-Harz) oder Vinylesterharz (VE-Harz).
Die Folien-/Beschichtungen bestehen i. d. R. aus PE-HD, PP, PA, PVC-U, PU oder entsprechenden Kombinationen.
Die Außenfolien werden erst vor Ort, vor Einbau des Liners, in das Altrohr eingebaut (Preliner).
Der Einbau im Inversionsverfahren erfolgt üblicherweise über eine geschlossene Drucktrommel oder eine kleine Druckkammer, die je nach räumlicher Situation auch vom Gebäude aus eingesetzt werden kann. Der Liner kann entweder mit offenem oder geschlossenem Ende eingebaut werden. Das geschlossene Ende ist im Anschluss zu entfernen.
Liner sind i. d. R. auch für den Einsatz im Bereich von z. B. Bogenformteilen und Querschnittsveränderungen sehr gut geeignet.
Nach Fertigstellung (Aushärtung) des Liners werden die seitlichen Zuläufe von der Leitung aus geöffnet.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
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Brawoliner (RAL-GZ: S29.02);
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PKT-BrawoLiner (RAL-GZ: S29.09);
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epros DrainLiner (RAL-GZ: S29.07);
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RS MaxLiner (RAL-GZ: S29.10);
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lineTEC ProFlex (RAL-GZ: S29.14).
Anwendungsbereich
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Alle Schadensbilder, sofern die Standsicherheit nicht gefährdet ist;
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Alle Rohrwerkstoffe (systemabhängig);
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DN 100 bis DN 200 (systemabhängig) ;
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Wiederherstellung der statischen Tragfähigkeit i. d. R. möglich.
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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Die unterschiedlichen Linersysteme müssen hinsichtlich Wandaufbau, Materialien und Härtungssystematik optimal auf einander abgestimmt sein (Eignungsnachweis erforderlich).
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Verwendung einer Außenfolie, um einen Kontakt mit dem in den Gewebeschläuchen enthaltenen Kunstharz zu verhindern;
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UV- und Dampfhärtung: bei Grundwasserinfiltration (druckabhängig) sind i. d. R. vorabdichtende Maßnahmen erforderlich.
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Zulaufanbindungen generell von innen möglich;
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I. d. R. mindestens einseitige Zugänglichkeit erforderlich oder Einsatz aus dem Hauptkanal möglich (Systemabhängig).
Vorteile
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Keine Rohrverbindungen;
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Geringe Querschnittsreduzierung;
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Sehr flexibel einsetzbar;
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Im Vergleich zu anderen Renovierungsverfahren kostengünstiger.
Nachteile
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Faltenbildung insbesondere bei Krümmungen möglich;
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Fehleranfällig hinsichtlich der geforderten Dichtheit und Materialkennwerte, wenn Qualitätssicherungsvorgaben bei Herstellung (werkseitig und vor Ort), Installation und/oder Aushärtung nicht konsequent eingehalten werden;
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Dampfhärtung: Kondenswasserbildung in Unterbogenbereichen mit der Gefahr einer unzureichenden Aushärtung (Maßnahmen zur Kondenswasserableitung erforderlich);
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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WarmwasserhärtungWarmwasserhärtung: eine Ableitung des Prozesswassers über Regenwasserkanäle oder die Einleitung in ein Gewässer ist unzulässig.
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Abfälle, insbesondere Trägermaterialien und Harzreste sind ordnungsgemäß zu entsorgen.
Bauzeit
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Systemabhängig, ein bis zwei Linerinstallationen pro Arbeitstag möglich;
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Verzögerungen durch umfangreiche Fräsleistungen zur Hindernisbeseitigung;
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Die Aushärtungszeit von Harz kann bei Umgebungstemperatur bis zu 8 h dauern.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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VSB-Empfehlung Nr. 7 "Schlauchlining in Leitungen" (vgl. Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Kalibrierung zur Ermittlung des Rohrquerschnittes und Ermittlung der Leitungslänge
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Hindernisse beseitigen
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Reinigung
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Ggf. Einmessen der Seitenzuläufe
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Vorflutsicherung während des gesamten Einbau- und Härtungsvorganges.
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Ggf. Einbau Preliner als Außenfolie
Hauptposition
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Linereinbau und Aushärtung (Positionskriterien: Nennweite, Länge, statische Erfordernisse, ggf. Härtungsverfahren)
Nacharbeiten
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Zulauföffnung (i. d. R. von innen)
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Schachtanbindung und Ringspaltverschluss
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Dichtheitsprüfung
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S29-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden;
Aufgrund der hohen Fehleranfälligkeit sind insbesondere folgende Arbeitsschritte und Kontrollen erforderlich:
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Vor Linereinbau zu überprüfen: Leitungen müssen stets hindernisfrei sein;
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Funktion der Vorflutsicherungseinrichtungen im Haupt- und Anschlussrohr;
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Überwachung Installationsprozess bis Härtungsbeginn;
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Daten zum Härtungsprozess (Zeitverläufe, Geschwindigkeiten, Temperaturen etc.);
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Überwachung Probeentnahme und Übernahme Probestück zur Weiterleitung an Prüfinstitut (AG);
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Zur Prüfung auf Abnahmefähigkeit (Solleigenschaften) ist grundsätzlich eine Materialprobe je Linerinstallation bzw. -härtung erforderlich. Die Repräsentativität der Materialprobe (ideal aus dem Bereich des zu sanierenden Altrohrs und ggf. aus Zwischenschächten) ist hierbei von besonderer Bedeutung. Die Beprobung sollte direkt vom Auftraggeber veranlasst werden.
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch z. B. nach RAL-GZ 961 für S29-Verfahren, Materialprüfungen nach ZTV Materialprüfung Schlauchliner (Herausgeber: Arbeitsgruppe süddeutscher Kommunen, Rohrleitungssanierungsverband RSV e.V., Hamburger Stadtentwässerung).
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch z. B. nach RAL-GZ 961 für S29-Verfahren.
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach z. B. RAL-GZ 961 für S29-Verfahren.