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A-6.5.2.1 Beschichtungsverfahren
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Für die Beschichtung von Schächten sind folgende Verfahren einsetzbar:
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Manuelle Beschichtung
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Anschleuderverfahren
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Aufspritzverfahren
Folgende Materialien werden i. d. R. eingesetzt:
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Kunststoffmodifizierter Zementmörtel (PCC bzw. SPCC)
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Silikatharz
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Polyurethanharz
Die Verwendung von PCC-Mörtel ist derzeit der Regelfall. Kunststoffbeschichtungen mit Harz werden zunehmend eingesetzt.
Bei der Materialauswahl muss die erforderliche Diffusionsdurchlässigkeit berücksichtigt werden.
Für kreisförmige Schächte ist insbesondere das Anschleuderverfahren geeignet. Hierbei sind i. d. R. manuelle Nacharbeiten zum Ausgleich von Spritzschatten erforderlich.
Aufspritzverfahren kommen i. d. R. in größeren Schächten zum Einsatz. Hier ist die Verwendung eines kunststoffmodifizierten Zementmörtelsystems (SPCC) üblich.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
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Anschleuderverfahren (RAL-GZ: S40-Verfahren);
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Aufspritzverfahren (RAL-GZ: S41-Verfahren);
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Manuelle Beschichtung (RAL-GZ: S42-Verfahren).
Anwendungsbereich
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Schächte aus Beton, Stahlbeton oder Mauerwerk;
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Schachtgeometrie beliebig;
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Zur Wiederherstellung mechanisch beschädigter oder korrodierter Oberflächen;
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Bei sichtbaren Undichtigkeiten (In-/Exfiltration);
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Ggf. zur Verbesserung der Standsicherheit.
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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Vorflutsicherungsmaßnahmen erforderlich;
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Bei gravierenden Einzelschäden und Grundwasserinfiltration ist eine Vorsanierung erforderlich;
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Untergrundvorbehandlung zum Schichtenverbund erforderlich: Abtrag der schadhaften Oberfläche bis auf den intakten Bereich mittels Wasserhochdruckreinigung (vorzugsweise maschinell, ca. 300 bar) bzw. durch Feststoffstrahlen (ggf. in Kombination);
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Das Beschichtungsmaterial ist in Abhängigkeit der vorhandenen Abwasserbeschaffenheit (z. B. chemische Zusammensetzung, Temperatur) und betriebliche Belastungen (z. B. dynamische Belastungen, hydraulische Verhältnisse) zusammenzusetzen;
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Das Beschichtungsmaterial ist in Abhängigkeit der Anforderungen an das Verbundsystem aus Beschichtung und Untergrund zusammenzusetzen (Beanspruchung der Haftzone zum Untergrund durch Scher- und Abreißzugspannungen);
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Es sind die besonderen Anforderung z. B. an die erforderliche Oberflächenrauhigkeit, Haftzugfestigkeit und Oberflächenfeuchte) einzuhalten.
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Anschleuderverfahren: Der Auftrag erfolgt in mehreren Einzelschichten. Die Beschichtungsdicken sind materialabhängig (i. d. R. zwischen 4 und 20 mm, in besonderen Fällen bis 40 mm). Es ist eine strikte Einhaltung der materialspezifischen Arbeitsvorgaben erforderlich.
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In Abhängigkeit des Beschichtungsverfahrens sind unterschiedliche Materialien für die Sanierung von Sohle und Auftritt zu verwenden (z. B. Steinzeug- oder GFK-Schalen, Ortlaminat).
Vorteile
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Beschichtung von Teil- und Gesamtflächen möglich.
Nachteile
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I. d. R. aufwendige Vorflutsicherungsmaßnahmen;
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Kostenintensiv insbesondere bei aufwendiger Untergrundvorbehandlung zum Schichtenverbund und hohem manuellen Aufwand;
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Querschnittsreduzierung in Abhängigkeit der erforderlichen Materialstärke;
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Manuelle Beschichtung: für größere Flächen unwirtschaftlich;
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Untergrundvorbehandlung zum Schichtenverbund ist aufwendig.
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Richtlinien zur Betonsanierung (z. B. DAfStb-Richtlinie "Deutscher Ausschuss für Stahlbeton - Schutz und Instandhaltung von Betonbauteilen"): in Abwasserschächten nur bedingt anwendbar.
Bauzeit
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In Abhängigkeit der Schachtgröße, des Aufwands zur Untergrundvorbehandlung und der Stärke des Materialauftrags.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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VSB-Empfehlung Nr. 8 "Schachtsanierung" (vgl. Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Reinigung mit flächigem Abtrag materialtechnisch beeinträchtigter Bausubstanz (Schaffung der Haftungsgrundlage)
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Sicherung der Hausanschlüsse und Vorsanierungen
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Prüfung Haftzugfestigkeit
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Vorflutsicherung im Hauptkanal und in Seitenzuläufen während des gesamten Sanierungsvorgangs
Hauptposition
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Beschichtung
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Flächennachbehandlung
Nacharbeiten
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Zulaufanbindung
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Dichtheitsprüfung
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S40, S41 bzw. S42-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden.
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S40, S41 und S42-Verfahren.
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S40, S41 und S42-Verfahren.
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S40, S41 und S42-Verfahren.