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A-4.2 Belastungsdaten


A-4.2.1 Trockenwetterabfluss

Die Größe des Trockenwetterabflusses berechnet sich in Anlehnung an das DWA-A 118 [DWA-A 118, 2006] aus der Summe von

deren Abflussgrößen getrennt zu ermitteln sind. Die Größe des Trockenwetterabflusses bestehender Entwässerungssysteme kann anhand des tatsächlichen Wasserverbrauchs geschätzt werden und im Bedarfsfall über Abflussmessungen abgesichert werden. Bei der Dimensionierung von Schmutzwasserkanälen ist zur Berücksichtigung von Tagesschwankungen der spezifische Spitzenabfluss anzusetzen.

Schmutzwasser

In Liegenschaften mit besonderer Nutzung, wie Liegenschaften

sind im Bedarfsfall gesonderte Berechnungsansätze zur Ermittlung des Schmutzwasserabflusses zu berücksichtigen. Dazu gehören z.B.

Während das in Kasernen in den Unterkunftsgebäuden anfallende Schmutzwasser überwiegend aus häuslichem Schmutzwasser besteht, fällt in Küchen- und Kantinenbereichen sowie auf Waschplätzen auch betriebliches Schmutzwasser an. Von Übungsplätzen gelangt überwiegend betriebliches Schmutzwasser im Bereich der Fahrzeugwaschanlagen in das Kanalnetz. Bei Fahrzeugwaschanlagen handelt es sich um Kreislaufanlagen ohne planmäßigen Schmutzwasseranfall.

Der häusliche Schmutzwasseranfall errechnet sich über den spezifischen Schmutzwasseranfall und über die Anzahl

Die erforderlichen Werte zur Ermittlung des häuslichen Schmutzwasseranfalls sowie die Größe des betrieblichen Schmutzwasserabflusses sind beim Betreiber zu erfragen.

Fremdwasser

Obwohl gemäß gesetzlichen Anforderungen Kanäle dicht sein müssen, führen Alterung, unsachgemäße Herstellung oder Nutzung sowie Fehler bei der Planung dazu, dass derzeit von einer Vielzahl von Undichtigkeiten in vorhandenen Kanälen auszugehen ist. Sofern diese Undichtigkeiten zu einem erhöhten Fremdwasserzufluss führen, ist dieser zu berücksichtigen. Bei der Bemessung von Schmutzwasserkanälen ist im Bedarfsfall als zusätzlicher Fremdwasseranteil auch das über Schachtabdeckungen oder Fehleinleitungen in Schmutzwasserkanäle zufließende Niederschlagswasser über eine Regenabflussspende anzusetzen [DWA-A 118, 2006].

A-4.2.2 Niederschlag

Die Wahl der Niederschlagbelastung hat einen entscheidenden Einfluss auf sämtliche Berechnungsergebnisse. Es dürfen daher nur die regional bzw. örtlich zutreffenden Niederschlagsdaten verwendet werden. Als Grundlage zur Niederschlagabflussberechnung können

verwendet werden. Mit den statistischen Kenngrößen

können Regenspenden und Modellregen hinsichtlich ihrer Wahrscheinlichkeit des Auftretens eingeordnet werden.

Regenspende

Ortsgültige Regenspenden in Abhängigkeit von Häufigkeit und Dauer können dem KOSTRA-Atlas des Deutschen Wetterdienstes (DWD) [Deutscher Wetterdienst, KOSTRA-DWD-2000, 2005] entnommen oder oder aus KOSTRA-Daten berechnet werden.

Modellregen

Modellregen sind auf Grundlage ortsgültiger Regenspenden des KOSTRA-Atlas des DWD [Deutscher Wetterdienst, KOSTRA-DWD-2000, 2005] zu entwickeln. Die Aufstellung von Modellregen erfolgt gemäß EULER, Typ II. Grundlage hierfür sind gegebene Regenspenden bestimmter Häufigkeit und Dauer. Als Mindestdauer ist das Zweifache der längsten Fließzeit im Kanalnetz zu wählen. Bei der längsten Fließzeit ist die maximale Entleerungszeit von Speicherbauwerken zu berücksichtigen. Das Verfahren ist im Anhang A des DWA-A 118 [DWA-A 118, 2006] beschrieben.

Starkregenserien

Starkregenserien werden aus kontinuierlichen, langjährigen Niederschlagsaufzeichnungen, sog. Zeitreihen zusammengestellt. Aus der Zeitreihe werden relevante Niederschlagsereignisse entnommen und zu einer Starkregenserie zusammengestellt. Ein Niederschlagsereignis ist relevant, wenn es an mindestens einem Schacht im Kanalnetz zu einem Überstau bzw. zu einer Überflutung führen könnte.

Mit den Ereignissen der Starkregenserie wird das zu berechnende Kanalnetz belastet. Überstauungen bzw. Überflutungen werden hierdurch berechnet wobei anschließend durch eine statistische Auswertung der Ergebnisse die Überstau- bzw. Überflutungshäufigkeiten ausgerechnet werden. In Abhängigkeit der nachzuweisenden Überstauhäufigkeit nerf ist gem. nachfolgender Tabelle eine Mindestdauer der Registrierungen erforderlich.  
Tab. A-4 - 1 Empfohlene Richtwerte zur Mindestdauer von Niederschlagsregistrierungen
  Überstauhäufigkeit nerf [1/a] 
  Mindestdauer der Registrierungen [a] 
1 bis 0,5
10
0,33
15
0,2
20
0,1
30
0,05
50
0,033
70
0,02
100

Der Deutsche Wetterdienst stellt auf Anfrage örtlich zutreffende Registrierungen in ausreichendem Umfang gegen Gebühren zur Verfügung. Die Erstellung der für die Berechnung erforderlichen Starkregenserie aus dem Niederschlagskontinuum ist in der Literatur beschrieben, z.B. in [ITWH, 2003], bzw. im Anhang C des DWA-A 118 [DWA-A 118, 2006].


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