A-6.2.4.20 Auspressverfahren
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Die Beschichtung erfolgt durch die Auspressung eines Ringraumes mit einem geeigneten Mörtel oder Beton auf Zement- oder Reaktionsharzbasis. Der Ringraum entsteht durch eine in den Kanal eingebrachte Schalung, die nach Erreichen der geforderten Mindestfestigkeit wieder entfernt wird.
Erforderliche Nacharbeiten: s. Abschn. "Erforderliche Nacharbeiten bei der Renovierung"
b) zugehörige Verfahren und Varianten
- Das Zementmörtelauspressverfahren wurde für Wasserleitungen konzipiert und arbeitet mit einer pneumatisch oder durch Wasserfüllung aufgeweiteten Schlauchschalung. Der dabei entstehende Ringraum wird mit Zementmörtel verfüllt. Nach der Erhärtung des Mörtels (frühestens 13-30 h nach der Verfüllung) kann der Schalschlauch entfernt werden. Das auf dem Schlauch zur Zentrierung und Fixierung befindliche Abstandshalternetz verbleibt innerhalb der Beschichtung.
Anschlüsse von angrenzenden Kanälen sowie von Hausanschlussleitungen sind vorab zu verschließen und müssen in offener Bauweise wieder angebunden werden.
- Gleitschalungsverfahren: Bei diesem Verfahren wird ein Gleitschalungsgerät eingesetzt, das vergleichbar mit einem Packer ist. Beim Gleiten des Gerätes durch den Kanal dient der Ringraum zwischen dem Gerätekopf und der Innenwand des Kanals als Schalung für den eingepressten Zementmörtel. Ein im Umstülpverfahren eingebrachter und fixierter Stützschlauch bleibt bis zur vollständigen Aushärtung des Mörtels im Kanal [W. Bopp, 1996].
Anwendungsbereich
- Bei Undichtigkeiten, Längs- und Querrissen, fehlenden Wandungsteilen, Korrosion;
- einsetzbar in Nennweitenbereichen von DN 100 bis DN 300 bei Längen bis 50 m, die Dicke der Zementmörtelschicht beträgt je nach Nennweite 7-10 mm.
Vorteil
Nachteil
- Querschnittsreduzierung;
- nicht ohne weiteres auf den Abwassersektor übertragbar, da durch die in jedem Fall erforderlichen Abstandshalter Fehlstellen und somit Ansatzpunkte für Undichtigkeiten und Korrosion verursacht werden können (Vermeidung durch zusätzliche Beschichtung möglich);
- Stellen mit Grundwasserinfiltration sind vorab abzudichten;
- weitere Einschränkungen ergeben sich z. B. bei vorhandenen Abwinkelungen, Rohrversatz, Deformationen und zu großen Toleranzen der Abmessungen und der Querschnittsform im Einsatzbereich;
- Einbindung der Hausanschlusskanäle kann nur in offener Bauweise erfolgen.
Ökologische Beurteilung
Rechtliche Beurteilung