A-6.3.4.5 Injektion an Rohrverbindungen
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Bei diesem Verfahren werden zunächst Spezialpacker von Hand oder maschinell an der undichten Rohrverbindung platziert, die Injektionslanze eingelegt und durch Aufblasen der beiden äußeren Packermanschetten abgedichtet. Wie in Abbildung 2 dargestellt, erfolgt im Weiteren die Injektion und die Verdrängung des Injektionsmittels (i. Allg. eine Kunststofflösung) durch Aufblasen der inneren Packermanschette. Das Injektionsmittel wird so in die Rohrverbindung und in das umgebende Lockergestein verdrängt.
Anwendungsbereich
- mit zerlegbaren Packern können Kreisprofile mit Querschnitten > DN 800 und Eiprofile mit Querschnitten ab DN 1200/800 bearbeitet werden.
Vorteil
- geringer Personal- und Materialbedarf;
- Anwendung bei allen Rohrwerkstoffen und mit entsprechenden Packern auch bei allen Profilarten möglich;
- keine Erdarbeiten notwendig;
- zielgerichtetes und relativ kostengünstiges Verfahren.
Nachteil
Ökologische Beurteilung
- Indirekte Auswirkungen: Vitalitätsverluste bei Bäumen und Sträuchern durch Stoffeintrag, evtl. langfristig durch Überschussharz, im Wurzelbereich möglich;
- Injektionsmittel kann bei unsachgemäßer Anwendung zur Kläranlage oder zur Vorfluter gelangen;
- Durch die Abgabe von Injektionsmittel in den Boden ist eine Verfestigung des Bodens möglich;
- Gel bindet Bodenfeuchtigkeit --> ggf. Austrocknung des Umgebungsbereichs (Bodenfunktion Wasserspeicherung gestört).
- Im Austrittsbereich des Gels ist die Beeinträchtigung aller Bodenfunktionen möglich. [GSTT, 1997]
- Injektionsmittel können gesundheitsschädlich sein, daher sind wasserdichte Kleidung, Gummihandschuhe und Augenschutz erforderlich;
- Die Umweltverträglichkeit des Injektionsmittels muss beachtet werden.
Rechtliche Beurteilung
- Gelreste bzw. deren Einzelkomponenten sind ordnungsgemäß zu entsorgen. Gemäß WHG § 34 Abs. 1 darf eine schädliche Verunreinigung des Grundwassers oder eine sonstige nachteilige Veränderung seiner Eigenschaft durch die Einleitung von Stoffen nicht zu besorgen sein(unbedingt Umweltverträglichkeit des Injektionsmittels beachten).
Abb. A-6 - 24 Injektion von Rohrverbindungen mit Hilfe eines Spezialpackers [Landesinstitut für Bauwesen und angewandte Bauschadensforschung NRW, 1993]
a)Fixieren des Packers durch Aufblasen der beiden äußeren Packermanschetten nach vorherigem Einlegen der Injektionslanzeb)Injektionc)Verdrängen des Injektionsmittels durch Aufblasen der inneren Packermanschette.