A-6.3 Sanierungsverfahren für Kanäle / Haltungen im begehbaren Bereich
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Nachfolgend werden Verfahren zur Sanierung von begehbaren Kanälen (> DN 800) mit ihren Vor- und Nachteilen beschrieben.
Bei der Ausführung sollte das RSV Merkblatt RSV6 - Sanierung von begehbaren Entwässerungsleitungen und -kanälen sowie Schachtbauwerken, Montageverfahren beachtet werden.
A-6.3.1 Reparaturverfahren
Injektionsverfahren
Im begehbaren Kanalbereich werden alle Injektionsarbeiten vor Ort von Hand unter direkter Kontrolle ausgeführt.
Es werden folgende Injektionsarten unterschieden
Injektionen der Rohrverbindungen
A-6.3.2 Renovierungsverfahren
Aufspritzverfahren
Bei den Aufspritzverfahren wird Spritzbeton im Trocken- bzw. Nassspritzverfahren (siehe Abbildung 4) unter hoher Abwurfenergie aufgetragen, was neben der Verdichtung auch einen guten Haftverbund zum Untergrund bewirkt. Das Beschichtungsmittel Beton unterscheidet sich in der Zusammensetzung prinzipiell nicht vom üblichen Ortbeton, lediglich die Förderung, die Einbringung und die Verdichtung sind im Arbeitsgang Spritzen zusammengefasst. Die Schalung und das Rütteln entfallen. Für dünnere Beschichtungen, die mit üblichem Betonstahl nicht mehr zu bewehren sind, ist der Stahlfaserspritzbeton geeignet.
Abb. A-6 - 22 Abläufe bei den Spritzbetonverfahren![]()
A-6.3.3 Erneuerung
Mit Erneuerung wird das Herstellen neuer Abwasserkanäle in bisheriger oder anderer Linienführung verstanden. Die neuen Anlagen übernehmen die Funktion der ursprünglichen Abwasserkanäle.
Machen wiederholt auftretende Schäden sowie hydraulische Überlastungen eine Renovierung nicht möglich, muss die Erneuerung des Kanals in offener oder geschlossener Bauweise erfolgen.
Stillgelegte Kanäle und Leitungen stellen einen gefahrenträchtigen Hohlraum im Untergrund dar. Deshalb sind diese nach Möglichkeit auszubauen. Ist ein Abbruch und Ausbau nicht geplant oder zu kostenaufwendig, sind die stillgelegten Kanäle und Leitungen zu verfüllen. Dies geschieht entweder durch Einfüllen von Dämmer oder Fließbeton, durch Zuspülen mit Sand oder Kiessand oder das Verblasen von Kies. Die Art des Verschlusses bzw. der Verfüllung sollte in der Kanaldatenbank vermerkt werden.
Geschlossene Bauweise
Bei der grabenlosen Bauweise werden unterirdisch Kanäle in (nahezu) beliebiger Tiefenlage gebaut bzw. saniert. Zur Ausführung der Arbeiten sind i. Allg. Start- und Zielbaugruben erforderlich.
Für die Kanalerneuerung an gleicher Stelle in geschlossener Bauweise kommen auch heute noch für die begehbaren Bereiche der Bergmännische Stollen- oder Tunnelvortrieb mit Getriebezimmerung und Schildvortrieb zum Einsatz. Allerdings sind Rohrvortriebsverfahren mit Spülförderung und Microtunneling-Systeme für alle Querschnitte eine immer größer werdende Alternative.