A-6.5.4.10 Beschichtungsverfahren
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Bei den Beschichtungsverfahren wird eine geschlossene Schicht aus Zementmörtel oder Beton und ggf. Epoxidharz auf die Schachtinnenwand aufgebracht, um das Widerstandsvermögen gegen mechanische, biologische, chemische und/oder biochemische Angriffe zu erhöhen bzw. wiederherzustellen. Zum Einsatz kommen folgende Verfahren:
b) zugehörige Verfahren und Varianten
- Aufspritzverfahren: Der Zementmörtel wird im Trockenspritzverfahren aufgetragen. Es wird die Herstellung glatter Beschichtungen ohne zusätzliche Glätteinrichtung in Kreis-, Ei- und Rechteckquerschnitten erzielt.
- Polyurethan - Spritzsystem: Polyurethane von Bayer werden mittels Zwei-Komponenten-Niederdruckanlagen aufgetragen. Mit dem hochreaktiven System ist auch eine Beschichtung der Bauwerke über Kopf möglich. Ein Glätten der Oberfläche ist nicht erforderlich.
- Ruswroe-Verfahren, hierbei wird wie folgt gearbeitet:
Reinigung mit HD - Spülung,
Aufbringen einer Abdichtungsschicht,
Einbau der Bewehrung in Form von verzinktem Maschendraht,
Aufspritzen von Zementmörtel oder Beton,
Glätten der Oberfläche.- Permacast Schachtsanierung [Information ECOCANAL GmbH]: Bei diesem Verfahren wird mit einem rotierenden Mörtelapplikator ein hoch fester, faserbewehrter Mörtel auf die Schachtinnenwand geschleudert. Durch dieses "Zentrifugalgießen" des Mörtels ergibt sich eine strukturierte Oberfläche, die kein zusätzliches Glätten mit der Kelle oder Nacharbeiten erfordert. Bei starken Korrosionsproblemen kann anschl. eine Deckschicht aus Epoxidharz aufgebracht werden, der zusammen mit dem Mörtel aushärten soll.
Anwendungsgebiet
Vorteil
Nachteil
- je nach Verfahren hoher manueller Aufwand und damit kostenintensiv;
- Sohle und Auftritt müssen mit anderen Materialien saniert werden (z. B. Steinzeug- oder GFK-Schalen).
Ökologische Beurteilung
Rechtliche Beurteilung
Leistungsbeschreibung
Gemäß: STLB-Bau Dynamische Baudaten
Leistungsbereich 009 AbwasserkanalarbeitenVorarbeiten
Reinigung:
Unterverzeichnis: Reinigungen, Inspektionen - Abwasserkanäle, Leitungen
Teilleistungsgruppe: Reinigung SchächteEntfernung der Steigeisen:
Unterverzeichnis: Sanierung - Abwasserkanäle, Leitungen, Schächte
Unterverzeichnis: Reparaturen - Schächte
Teilleistungsgruppe: Reparatur Schächte - Steigeinrichtungen
Ausprägungen: SteigeisenHauptposition
- Pos. 1: Schachtauskleidung mit dem Zementausschleuderverfahren. Abdeckung der Schachtsohle und Verschließen sämtlicher Zu- und Abläufe. Lose Bestandteile in der Schachtwand sind zu entfernen. Die Schachtinnenwand ist mit einer ca. ___-mm starken Zementschicht im Ausschleuderverfahren zu beschichten. Als Auskleidungsmaterial ist ein hoch fester, schnell abbindender Zementmörtel zu verwenden.
Schachttiefe: Von ___ bis ___ m. Die Schächte sind bis zur Unterkante Schachthals, einschließlich der entsprechenden Fuge, zu sanieren.
[m²]- Pos. 2: - Bedarfsposition (bei starken Korrosionsproblemen)
Beschichtung der unter Pos. 1 beschriebenen Zementmörtelauskleidung mit einem zu 100 % aus Festsubstanzen bestehenden, hochwertigen weißen Epoxid. Das Epoxid ist unmittelbar auf den frischen Mörtel aufzutragen, so dass Mörtel und Epoxid zusammen aushärten und sich verbinden.
[m²]Einbau der Steigeisen/Steigbügel:
Unterverzeichnis: Sanierung - Abwasserkanäle, Leitungen, Schächte
Unterverzeichnis: Reparaturen - Schächte
Teilleistungsgruppe: Reparatur Schächte - SteigeinrichtungenNacharbeiten
Optische Inspektion Schächte:
Unterverzeichnis: Reinigung, Inspektionen - Abwasserkanäle, Leitungen
Teilleistungsgruppe: Optische Inspektion SchächteDichtheitsprüfung:
Teilleistungsgruppe: Dichtheitsprüfungen - EntwässerungsbauteilZusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
Als zusätzliche technische Vertragsbedingungen ist folgendes Merkblatt des Rohrleitungssanierungsverbandes e.V. zu vereinbaren:
RSV 6, Juli 2000: Sanierung von begehbaren Entwässerungsleitungen und -kanälen sowie Schachtbauwerken -Montageverfahren-Dieses Merkblatt enthält die Güteanforderungen und die Gütesicherungen für die Baustoffe und die Materialien, das Sanierungssystem und die Arbeitsabläufe.
Die wesentlichen Aspekte sind nachfolgend aufgeführt.Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
Für das Sanierungssystem
- Die Ausführung ist gemäß Sachstandsbericht der Deutschen Bauchemie e.V. "Anwendung von mineralischen Systemen in abwassertechnischen Anlagen" vorzunehmen [Deutsche Bauchemie e.V., 1997]
Für die Arbeitsabläufe
- Bei starkem Grundwassereintritt müssen die entsprechenden Stellen vor dem Ausschleudern, z. B. mit schnell abbindendem Zement, abgedichtet werden.
- Arbeiten im Schacht müssen aus Sicherheitsgründen von mindestens zwei Personen durchgeführt werden. Davon ist eine Person mit der Absicherung des im Schacht Arbeitenden zu beauftragen.
- Die Unfallverhütungsvorschriften zu Arbeiten im Schacht der Gemeindeunfallversicherungsverbände sind unbedingt zu beachten. (GUV 7.4)
Bauzeit
- Der reine Ausschleudervorgang erfordert einen Zeitaufwand von etwa 20 Minuten je Schacht. Insgesamt können ca. 4 Schächte pro Tag mit diesem Verfahren saniert werden.
Bauüberwachung
- Die Beschichtung hat eine Stärke von etwa 2 bis 2,5 cm. Es darf im Bereich der Einstiegsöffnung keine Zementbeschichtung aufgebracht werden, da das Mindestmaß für die Einstiegsöffnung andernfalls unterschritten würde.
- Es müssen sämtliche Steigeisen ausgebaut werden. Erstens verringert sich die Tritttiefe nach der Erhöhung der Wandstär-ke um ca. 2 bis 2,5 cm, und zweitens ist davon auszugehen, dass bei schadhafter Schachtwand die Steigeisen korrodiert sind.
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
- Liefernachweise des Herstellerwerkes
- Erstprüfung gemäß den Prüfkriterien des Sachstandsberich-tes der Deutschen Bauchemie [Deutsche Bauchemie e.V., 1997]
Für das Sanierungssystem
Für die Arbeitsabläufe
- Die Stärke der Beschichtung kann mit einer Nass-Messlehre an jeder beliebigen Stelle geprüft werden. Bereiche, deren Stärke die Mindesttoleranz unterschreitet, müssen zusätzliches Material erhalten.
- Die einzelnen Arbeitsschritte sind im Rahmen der Eigenüberwachung nachvollziehbar zu dokumentieren.
- Sämtliche Protokolle und Dokumentationen, die Aufschluss über den Bauablauf und das fertige Produkt geben, sind nach Abschluss der Arbeiten zusammenzustellen und dem Auftraggeber auszuhändigen.