A-6.5.4.11 Erneuerung
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Im freien Gelände, ohne Verkehrseinschränkungen sowie bei geringen Tiefen kann eine komplette Erneuerung des Schachtbauwerkes sinnvoll sein.
Der alte Schacht wird in einer offenen Baugrube abgebrochen, wobei zuvor die Abbindung der Zu- und Abläufe erforderlich ist. Das Schachtunterteil kann als Fertigteil angeliefert oder örtlich gemauert werden. Im erstgenannten Fall sind die vorhandenen Abwinklungen im Gerinne vorher genau aufzumessen. Nach Herstellung des neuen Unterteils sind die Zu- und Ablaufkanäle mit Gelenkstücken an die Öffnungen anzuschließen. Anschließend erfolgt der weitere Schachtaufbau mit Schachtringen, Konus und Ausgleichsringen aus Betonfertigteilen. Die Schachtabdeckung, inkl. Schmutzfänger ist in der Regel ebenfalls zu erneuern.
Stillgelegte Schächte sind nach Möglichkeit auszubauen. Ist dies zu kostenaufwendig, ist der stillgelegte Schacht bis zu einer Tiefe von 1,0 m auszubauen und anschließend mit einem geeigneten Material (z. B. Dämmer oder Fließbeton) zu verfüllen. Bei einer Verfüllung mit wasserdurchlässigem Material (z. B. Sand oder Kies) ist die Schachtsohle vor der Verfüllung auf einer Fläche von mindestens 200 cm² zu öffnen.
Anwendungsbereich
Vorteil
Nachteil
- hoher manueller Aufwand;
- meistens teurer als Renovierung;
- hohe Beeinträchtigung des gesamten Umfeldes (s. ökologische Beurteilung).
Ökologische Beurteilung
- Direkte Beeinträchtigungen/Gefährdung von Bäumen und Sträuchern durch Kappung von eingewachsenen Wurzeln im Schadensbereich bedingt möglich;
- Verdichtung des Bodens im Baugrubenbereich möglich, der zusätzliche Einsatz von Boden anderer Herkunft oft notwendig;
- Eine Veränderung der Bodenfunktionen durch den Austausch des Bodenmaterials im Baugrubenbereich ist möglich;
- Einschränkungen des Verkehrsraumes;
- Emissions- und Schwingungsbelastungen aus Baustellenbetrieb sind hoch;
- ggf. Verkehrsumleitungen erforderlich;
- evtl. Beeinträchtigungen durch Grundwasserabsenkung
Rechtliche Beurteilung
- wasserrechtliche Erlaubnis bei einer Grundwasserabsenkung erforderlich;
- ordnungsgemäße Entsorgung von Bodenaushub und Straßenaufbruch erforderlich (Deponieklassen beachten).
Leistungsbeschreibung
Gemäß: STLB-Bau Dynamische Baudaten
Leistungsbereich 009 AbwasserkanalarbeitenVorarbeiten
Umleitung für Abwasserkanal
Unterverzeichnis: Sonstige Leistungen - Abwasserkanalarbeiten
Teilleistungsgruppe: Umleitungen, Überbrückungen - AbwasserkanalarbeitenGemäß: STLB-Bau Dynamische Baudaten
Leistungsbereich 012 MauerarbeitenVorhandenen Schacht abbrechen
Teilleistungsgruppe: Abbrechen Mauerwerk, Beton, StahlbetonHauptposition
Gemäß: STLB-Bau Dynamische Baudaten
Leistungsbereich 009 AbwasserkanalarbeitenUnterverzeichnis: Sonstige Leistungen - Abwasserkanalarbeiten
Teilleistungsgruppe: Schachteinbau in vorhandene KanäleNacharbeiten
Optische Inspektion Schächte:
Unterverzeichnis: Reinigung, Inspektionen - Abwasserkanäle, Leitungen
Teilleistungsgruppe: Optische Inspektion SchächteDichtheitsprüfung:
Teilleistungsgruppe: Dichtheitsprüfungen - EntwässerungsbauteilZusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
- Einbau von Steigeisen nach DIN 1211, 1212 und 1264 bzw. Steigbügel nach DIN 19555.
- Schachtteile sind wie folgt genormt:
Schachtabdeckungen in DIN 4271, 19584, 19596
Schmutzfänger in DIN 1221
Dichtmittel aus Elastomeren in DIN 4060
Auflage- und Schachtringe, Schachthals in DIN 4034Für das Sanierungssystem
Für die Arbeitsabläufe
Bauzeit
Bauüberwachung
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
Für das Sanierungssystem
Für die Arbeitsabläufe