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A-2.4 Methoden der quantitativen Zustandserfassung
Sofern die Ergebnisse der optischen Inspektion nicht ausreichen, um den Zustand der Kanäle umfassend zu beschreiben und befriedigende Aussagen über Schäden sowie Art und Umfang von Sanierungsmaßnahmen abzuleiten, können nachfolgend beispielhaft aufgeführte Verfahren in begründeten Fällen angewendet werden. Sie ermöglichen die quantitative Feststellung von
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Ablagerungen,
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Lageabweichungen,
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Rissbreiten,
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Verformungen und Deformationen, Innenkorrosion und mechanischem Verschleiß (Querschnittsabmessung),
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Bettungsbedingungen (Bauwerk/Baugrund) [STEIN, D., 1999].
Der Zeitpunkt derartiger weitergehender Prüfungen kann mit der optischen Inspektion zusammenfallen oder später, vor der Entscheidung für ein bestimmtes Sanierungsverfahren, liegen. Im Rahmen von Abnahmeprüfungen von nicht begehbaren Kanälen können spezielle Nachweise über Maße (Rissbreiten, Stoßfugen, Versätze etc.) gefordert werden [DWA-A 139].
Detektionsverfahren
Detektionsverfahren dienen der Schadensdiagnose bzw. Detektion von Leckagen und Hohlräumen in der Leitungszone sowie der Beurteilung von nicht sichtbaren Bereichen. Man unterscheidet akustische und elektrische Verfahren sowie die Infrarotthermografie. Die Anwendung für den Bereich Abwasser ist heute aber noch nicht praxisreif und eher dem Bereich der Forschung zuzuordnen.
Die Ortung von Leckagen mit elektrischen Verfahren ist i.d.R. sehr aufwendig, da eine Vollfüllung des Kanals erforderlich ist. Wird dieses Verfahren im Anschluss an eine Dichtheitsprüfung mit Wasser durchgeführt, verringert sich der Aufwand. Es können, zusätzlich zu den Informationen aus der optischen Inspektion, Aussagen zum Ausmaß des Schadens getroffen werden. Gegenwärtig existieren jedoch keine Wertungskriterien dafür.
Material- und Werkstoffuntersuchung
Unter Umständen kann es erforderlich werden, zusätzliche Material- und Werkstoffuntersuchungen durchzuführen, um Aussagen über die verbliebene Restdicke einer Bauteilwandung und/oder über die Materialeigenschaften zu treffen. Hiermit verbunden sind Erkenntnisse zur Statik und zur prognostizierten Restlebensdauer eines Bauteils. Die Ergebnisse derartiger Untersuchungen können die Wahl des Sanierungsverfahrens beeinflussen.
Profilkalibrierung
Im Rahmen einer Profilkalibrierung können nicht begehbare Profile mit Messkalibern auf Maßhaltigkeit geprüft werden (vgl. Standardleistungsbuch für das Bauwesen) [STLB-Bau LB 009]. Deformationen des Profils können Hinweise auf statische Probleme geben. Darüber hinaus können diese Angaben für die Sanierung erforderlich sein. Begehbare Profile werden mit den üblichen Instrumenten der Vermessung überprüft.
Lagevermessung
Für die vertikale Lagevermessung kommen Inklinometer, druckmessende Schlauchwaage oder Laser in Betracht. Laser werden auch für die horizontale Vermessung eingesetzt.
Ortung von Fehlanschlüssen
Zur Ortung von Fehlanschlüssen hat sich das Signalnebelverfahren bewährt. Darüber hinaus geben auch Einfärbungen des Abwassers Aufschluss über Fehlanschlüsse.
Infiltrationsmessung/Durchflussmessung
Sind quantitative Aussagen über die Höhe einer Infiltration erforderlich, werden Infiltrationsmessungen mittels spezieller Muffen- oder Rohrprüfgeräte oder Durchflussmessungen durchgeführt.