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A-2 Reinigung und Inspektion
Die Reinigung und die Inspektion von Abwasseranlagen gehören zu den wesentlichen Aufgaben eines Kanalnetzbetreibers. Dabei ist die Reinigung entweder Bestandteil der Wartung und somit eine Maßnahme zur Bewahrung des Sollzustandes oder eine vorbereitende Maßnahme zur Inspektion. Die Inspektion selbst hingegen dient zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz
Bei der Reinigung und der Inspektion ist ein Einstieg in die abwassertechnischen Anlagen i.d.R. erforderlich. Insbesondere trifft dies für Schächte und Sonderbauwerke zu. Um Beschäftigte vor berufsbedingten Gefahren zu schützen, gibt es eine Vielzahl von Arbeitsschutzvorschriften. Bei Arbeiten innerhalb von Anlagen des Abwassersystems sind die folgenden Gefahren hervorzuheben:
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Vergiftungs- und Erstickungsgefahr z. B. durch Schwefelwasserstoff und Kohlendioxid, Benzin- oder Lösungsmitteldämpfe sowie durch andere toxische Stoffe
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Explosions- bzw. Brandgefahr durch brennbare Stoffe (Ex-Zone 1)
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Ertrinkungsgefahr durch plötzlichen Anstieg des Wasserstands
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Absturzgefahr durch feuchte / verschmutzte Anlagenteile bzw. durch unzureichende Sicherung
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Infektionsgefahr
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Gefahr durch besonders hohe Temperaturen des Abwassers
Für die Gewährleistung der Sicherheit am Arbeitsplatz ist der Unternehmer verantwortlich. Dies entbindet den Auftraggeber nicht von der Pflicht, bei festgestellten Sicherheitsmängeln deren umgehende Beseitigung zu veranlassen.
Bei der Reinigung und Inspektion ist, wie auch bei allen Baumaßnahmen, grundsätzlich die Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen zu beachten (Baustellenverordnung - BaustellV in der aktuellen Fassung).
Erforderliche Unterlagen für die Zustandserfassung gem. LAK
Zur Durchführung von Reinigungen und Inspektionen müssen Lagepläne des Abwassersystems vorliegen. I.d.R. wird es sich selbst dann um den "vorläufigen Lageplan Bestand Abwasser" handeln, wenn zuvor eine Liegenschaftsvermessung durchgeführt wurde, weil sich vielfach erst nach einer Inspektion der vollständige "Lageplan Bestand Abwasser" erstellen lässt (vgl. Anh. A-9.5).
Der "vorläufige Lageplan Bestand Abwasser" muss mindestens folgende Angaben enthalten:
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Darstellung der Kanäle/Leitungen, Schächte und Sonderbauwerke
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Lage der Straßenabläufe, Entwässerungsrinnen, Regenfallrohre etc., sofern die zugehörigen Leitungen gereinigt bzw. untersucht werden sollen
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Bezeichnungen und Nummerierungen der v.g. Bauwerke mit Angaben zur Fließrichtung, Haltungs- bzw. Leitungslängen, Durchmesser, Kanalart und Material.
Die Baudurchführende Ebene der Bauverwaltung prüft, ob die vorhandene Bestandsdokumentation diesen Anforderungen genügt. Reicht die Qualität nicht aus, ist der "vorläufige Lageplan Bestand Abwasser" zu überarbeiten oder durch eine Vermessung gemäß BFR Verm neu zu erstellen. Bei der Reinigung durch eigenes Personal des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums (BwDLZ) ist grundsätzlich analog zu verfahren.
Erforderliche Unterlagen für die Abnahme- oder Gewährleistungsbefahrung
Für eine sachgerechte Durchführung der optischen Inspektion im Rahmen der Abnahme- oder Gewährleistungsbefahrung eines sanierten oder neu gebauten Abschnittes ist grundsätzlich der Lageplan "Bestand Sanierung" erforderlich (vgl. Anh. A-9.6). Liegt dieser nicht vor, sind der Lageplan "Bestand Abwasser" oder entsprechende Auszüge (vgl. Anh. A-9.5) mit ggf. händisch eingetragenen, ergänzenden Angaben zu versehen:
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Kennzeichnung jeder Sanierungsmaßnahme einer Haltung/Leitung.
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Stationierung der Maßnahme i.d.R. in Fließrichtung, bei Bereichsmaßnahmen am Anfang und am Ende.
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Bezeichnung der Maßnahme gem. Definition ISYBAU-Austauschformat (vgl. Tab. A-7 - 64).
Außerdem sind dem Inspekteur Informationen über zu inspizierende sanierte oder neu gebaute Anlagen, die im Rahmen einer Abnahme- oder Gewährleistungsbefahrung von Belang sind, zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören z. B.
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Ausprägungen, die durch vertraglich vereinbarte Sanierungsverfahren bedingt sind (z. B. Verzicht auf die Verwendung von Hutprofilen zur Wiederherstellung der Anschlüsse nach der Sanierung mit einem Schlauchliner),
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besonders zu beachtende Zustände (z. B. formschlüssige Verbindung im Übergangsbereich von Kurzschläuchen und Altrohr),
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weitere Besonderheiten.
Einweisung des Inspekteurs für die Abnahme- oder Gewährleistungsinspektion
Vor der Abnahme- oder Gewährleistungsinspektion ist der Inspekteur durch einen Fachingenieur einzuweisen. Dabei ist der Inspekteur auf besondere Erfordernisse aufmerksam zu machen.