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A-6.4.2.2 Rohrstrang-Lining
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Beim Rohrstrang-Lining im Leitungsbereich werden mehrschichtig-profilierte PE-HD-Rohre i. d. R. mit speziellen PEX-Schweißringen längskraftschlüssig zu einem Rohrstrang mit der erforderlichen Länge verbunden und dann in das zu sanierende Altrohr eingezogen. Der Querschnitt des Lining-Rohres bleibt dabei unverändert.
Zulaufanbindungen sind vorzugsweise in offener Bauweise herzustellen.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
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Rohrstranglining mit PE-HD-Rohren (RAL-GZ: S21.03).
Anwendungsbereich
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Für Freispiegel- und Druckleitungen;
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Kreisprofile DN 150 bis DN 300 und Längen bis 100 m;
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Alle Rohrwerkstoffe .
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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Für den Einziehvorgang ist i. d. R. ein vorhandener Kontrollschacht ausreichend, da die Rohre in Längsrichtung eine hohe Flexibilität aufweisen.
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Bei Grundwasserinfiltration ist eine Vorabdichtung der Schadstellen erforderlich.
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Anschlussleitungen müssen vorab verschlossen oder in offener Bauweise abgetrennt und wieder angebunden werden.
Vorteile
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Kurze Bauzeit;
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Keine Steckverbindungen;
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Der Liner ist hydraulisch sehr glatt und widerstandsfähig gegen aggressives Abwasser und mechanische Beanspruchung;
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Schächte können durchfahren werden;
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PE-HD gilt als gut chemikalienbeständig und besitzt ein sehr gutes Zeitstandverhalten, ausreichende Langzeitbeständigkeit gegen chemischen und biologischen Angriff und ist unlöslich in allen organischen Lösungsmitteln;
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Verwendung von werksmäßig hergestellten Rohren und Bauteilen mit definierten Materialeigenschaften.
Nachteile
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Erhebliche Querschnittsreduzierung;
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Erhöhter Aufwand durch Erdarbeiten für Einziehbaugrube;
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Hoher Platzbedarf für das Auslegen des Rohrstrangs;
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Nicht geeignet für Schäden wie Lageabweichungen und Rohrbruch;
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Aufwändige Wiederanbindung von Anschlussleitungen in offener Bauweise.
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Bauzeit
Unter idealen Bedingungen werden für die einzelnen Arbeitsschritte beim Liner-Einbau folgende Zeiten benötigt:
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Verschweißen der Rohrstücke: ca. 2 bis 3 Minuten plus 10 Minuten Abkühlzeit je Schweißmuffe;
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Kalibrierung und Herstellung der Seilverbindung: parallel zum Verschweißen der Rohrstücke;
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Befestigung des Zugkopfs: ca. 15 Minuten;
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Einziehgeschwindigkeit des Liners: ca. 10 m/min;
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Abmauerung des Ringraums: 0,5 Stunden je Schacht;
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Setzen von Absperrblasen und Flutung des Liners: ca. 1 Stunde;
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Verdämmung mit Porenleichtbeton: ca. 2 bis 4 Stunden (längen- und volumenabhängig).
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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VSB-Empfehlung Nr. 12 "Rohrstranglining" (vgl. Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Hindernisse beseitigen
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Anschlüsse abhängen
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Reinigung
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Vorflutsicherung im Hauptkanal und in Seitenzuläufen während des gesamten Einbauvorganges.
Hauptposition
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Herstellung Rohrstrang aus Einzelrohren vor Ort
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Rohrstrangeinzug (Positionskriterien: Nennweite, Länge)
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Zulaufanbindung (i. d. R. in offener Bauweise)
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Schachtanbindung und Ringraumverschluss
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Ringraumverdämmung
Nacharbeiten
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Dichtheitsprüfung
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S21-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden.
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Leitungen müssen stets hindernisfrei sein;
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Einhaltung der DVS-Richtlinien für die Schweißarbeiten;
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Ausreichende Größe der Baugrube;
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ordnungsgemäße Ringraumverdämmung (Ballastierung des Rohrstrangs und/oder Dichtekontrolle bei Einsatz von Porenleichtbeton).
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch z. B. nach RAL-GZ 961 für S21.03-Verfahren.
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch z. B. nach RAL-GZ 961 für S21.03-Verfahren.
Für die Arbeitsabläufe
Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach z. B. RAL-GZ 961 für S21.03-Verfahren.