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A-6.4.3.3 Überfahren und Microtunneling
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Durch das Überfahren des Altrohrs (Pipe-Eating-Verfahren) ist es möglich, unmittelbar in der alten Leitungstrasse eine neue Leitung in geschlossener Bauweise herzustellen. Hierbei wird die schadhafte Leitung überbohrt, zerstört und abgefördert sowie gleichzeitig die neue Leitung mit gleicher oder größerer Nennweite erstellt. Eine weitgehend intakte Bettung der Leitung ist Voraussetzung. In Abhängigkeit des Rohrwerkstoffs des Altrohrs ist zur Verhinderung eines unkontrollierten Einsturzes eine Verdämmung der zu erneuernden Leitungsstrecken notwendig (z. B. STZ, B).
Um Schäden an den vorhandenen Anschlussleitungen zu vermeiden, werden diese vor dem Überfahren in offener Bauweise abgekoppelt und im Anschluss mittels Anbohrstutzen an die neue Leitung angebunden.
In neuer Trasse wird zur unterirdischen Herstellung das Microtunneling-Verfahren (gesteuerter Rohrvortrieb) eingesetzt.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
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Pipe-Eating (RAL-GZ: S52.01).
Anwendungsbereich
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Bei allen Schadensarten;
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Bei Beton-, Steinzeug- und Asbestzementrohren, nicht Stahlbetonrohre;
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Ab DN 100.
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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Mindestüberdeckung: i. d. R. ab 3 m;
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Mindestabstand zu baulichen Einrichtungen und angrenzender Außenanlagen (z. B. Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung sowie Verkehrsanlagen): i. d. R. 2 m;
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Ggf. Grundwasserabsenkung im Bereich der Baugruben erforderlich;
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Start- und Zielbaugruben sowie Baugruben in Anschlussbereichen erforderlich.
Vorteile
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Hohe Wirtschaftlichkeit bei sehr tiefen Leitungstrassen;
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Querschnittsvergrößerung möglich;
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Hohe Lebensdauer der neuen Leitung und der neuen Anschlüsse;
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Minimale Bodenabfuhr;
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Keine Sicherung angrenzender Außenanlagen wie z. B. Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung erforderlich (nur im Bereich punktueller Baugruben sowie Start - und Zielgrube);
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Witterungsunabhängig.
Nachteile
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Unwirtschaftlich bei dicht vermaschten Hausanschlüssen und vergleichsweise geringer Einbautiefe;
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Erforderliche Bettungsstärke im Bereich der Rohrleitungszone nicht beeinflussbar bzw. nicht erreichbar;
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Ggf. Gefährdung angrenzender Außenanlagen (z. B. Gas-, Wasser-, Wärmeversorgung sowie Verkehrsanlagen) durch temporären Druckaufbau beim Vortrieb und Bodenverdichtung in Abhängigkeit der Entfernung, vom Material/Werkstoff der baulichen Einrichtungen sowie der Bodenart.
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Einflüsse auf benachbarte Bäume und Sträucher durch Eingriff in Wurzelraum und Grundwasserabsenkung sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
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Eingriffe in den Boden- und Wasserhaushalt sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
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Für Grundwasserabsenkungen und -einleitungen ist eine wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich.
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Einflüsse auf angrenzende Außenanlagen (z. B. Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung sowie Verkehrsanlagen) sind auf ein Mindestmaß zu reduzieren.
Bauzeit
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Einbau eines Vortriebsrohres DN 150: ca. 10 bis 15 m pro Tag.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Startbaugrube herstellen
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Anschlüsse abhängen (in Baugruben)
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Ggf. Verdämmung alte Leitung
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Ggf. Vorsanierungen bei lokalen Bettungsdefiziten
Hauptposition
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Leitung überfahren (Pipe-Eating) bzw. neu herstellen (Microtunneling) mit neuen Abwasserrohren (Positionskriterien: Nennweite, Rohrmodullänge, statische Erfordernisse)
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Zulaufanbindung (i. d. R. in offener Bauweise, ggf. mit Trassenänderung)
Nacharbeiten
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Schachtherstellung
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Dichtheitsprüfung
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Oberflächen wieder herstellen
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß S52.01-Verfahren bzw. VM) müssen kontinuierlich überprüft werden.
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Überwachung der Pressenkräfte.
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß Verfahrenshandbuch z. B. nach RAL-GZ 961 für S52.01-Verfahren bzw. VM.
Für das Sanierungssystem
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Gemäß Verfahrenshandbuch z. B. nach RAL-GZ 961 für S52.01-Verfahren bzw. VM.
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß Verfahrenshandbuch nach z. B. RAL-GZ 961 für S52.01-Verfahren bzw. VM.