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A-5.2.3 Bedarfsermittlung und Bemessung
Die Wasserbedarfsermittlung kann nur unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse durchgeführt werden. Hierbei ist zu ermitteln, welche Art von Regenwassernutzung vorgesehen ist und welche Anforderungen hinsichtlich Qualität und Verfügbarkeit (Bedarfsdeckung, Betriebsweise) erfüllt werden sollen. Die in der Tab. A-5 - 4 enthaltenen Bedarfszahlen für unterschiedliche Nutzungsarten, für die eine Regenwassernutzung in Betracht kommt, geben Hinweise zur Größenordnung der Wasserverbrauchszahlen.
Für die Bemessung von Regenwassernutzungsanlagen sind zwei Aspekte von entscheidender Bedeutung:
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Die optimale Speichergröße für die Regenwassernutzung wird allgemein so gewählt, dass eine Trockenperiode von etwa 3 Wochen überbrückt werden kann. Damit wird gleichzeitig ein sinnvolles Maß für den Deckungsgrad der Regenwassernutzungsanlage erzielt. Größere Speicher sind zwar jederzeit wünschenswert, allerdings wird deren Wirtschaftlichkeit deutlich beeinträchtigt. Kleinere Speicher werden deutlich öfter vollständig ausgenutzt und sind dadurch sehr effizient, jedoch mit der Folge, dass eine wesentlich stärkere Zuspeisung erforderlich ist.
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Das Verhältnis des jährlichen Betriebswasserbedarfs zum Regenertrag (Auffangfläche x Jahresniederschlagshöhe x Abflussbeiwert) sollte zwischen 0,8 und 1,2 liegen. Bei einem Verhältnis deutlich unter 1 wird eine Zuspeisung von Trinkwasser nur selten erforderlich, was auf einen unwirtschaftlich großen Speicher hinweist. Ist hingegen das Verhältnis deutlich größer als 1, ist eine regelmäßige Zuspeisung erforderlich (Speicher zu klein).
Speichergröße
Aus den genannten Zusammenhängen ergibt sich folgende Abschätzung für eine sinnvolle Speichergröße [Wilhelm, Alois et al. 1998]:
RegenertragBedarf: Speichergröße 5% des Ertrages
Regenertrag 0,8 · Bedarf: Speichergröße 3% des Ertrages
Regenertrag 1,2 · Bedarf: Speichergröße 3% des Ertrages
Fundierte Aussagen zur Wirkung und zum Deckungsgrad einer Regenwassernutzungsanlage lassen sich nur mit Hilfe von EDV-Programmen gewinnen. Insbesondere bei großen Anlagen mit Speichergrößen über 10 m3 sollten detaillierte Überlegungen und Untersuchungen angestellt werden. Die größte Unsicherheit wird jedoch stets von der Bedarfsprognose ausgehen. Deshalb sind entsprechende Falluntersuchungen durchzuführen.
Tab. A-5 - 4 Literaturangaben zum Wasserbedarf für unterschiedliche Nutzungsarten
Art der Nutzung
Wasserbedarf
Lit.-Quelle
Toilettenspülung
Unterkünfte
20 - 45 l/Person und Tag
Bürogebäude
11 - 30 l/Person und Arbeitstag
Bewässerung
Sportanlagen
200 l/m2 (April - Sept.)
Grünanlagen
 
leichte Böden
100 - 200 l/m2 (April - Sept.)
schwere Böden
80 - 150 l/m2 (April - Sept.)
Bundeswehr-Fahrzeugwaschanlagen zur Vermeidung einer Verschmutzung von öffentlichen Straßen durch Rad- und Kettenfahrzeuge, die durch den Übungsbetrieb im Gelände verschmutzt sind.
6 - 36 m3 je Waschgang
(Die Standardanlagen arbeiten mit einer Wasserkreislaufführung. Die Verluste werden i.d.R. durch angeschlossene befestigte Flächen ausgeglichen.)
Fahrzeugwäsche
 
730 l/Fahrzeug
Handwäsche
600 - 1000 l/Fahrzeug
Maschinenwäsche
100 - 300 l/Fahrzeug
Flugzeugwäsche (Phantom)
0,8 - 3 m3/Flugzeug
HD-Gerät (durchschnittl. Verbrauch)
300 l/h
Der Betriebswasserbedarf errechnet sich aus dem prognostizierten Verbrauch (Anhaltswerte gemäß Tab. A-5 - 4). Der Regenwasserertrag wird aus der durchschnittlichen Jahresniederschlagsmenge und der angeschlossenen Dachfläche unter Berücksichtigung der Abflussbeiwerte berechnet:
Abflussfläche
Abflussbeiwert
[König, K. W., 1993]
Steildach (glatte Oberfläche)
0,9
Steildach (raue Oberfläche)
0,8
Flachdach (Bitumen, Metall)
0,7
Flachdach (Kiesschüttung)
0,6