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A-6.1.6 Verfahrensauswahl
Bei der Wahl des Sanierungsverfahrens sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
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Art und Ausmaß des Schadens
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Hydraulische Leistungsfähigkeit
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Wirtschaftlichkeit
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Örtliche Randbedingungen
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Koordination mit anderen Baumaßnahmen
Art und Ausmaß des Schadens
Die Wahl des Sanierungsverfahrens hängt wesentlich von dem zu sanierenden Schadensbild ab.
Art und Umfang des Schadens werden im Rahmen der Zustandserfassung ermittelt, der i. d. R. eine optische Inspektion zugrunde liegt.
Liegt die optische Inspektion bereits einige Zeit zurück, kann das Schadensbild sich unter Umständen zwischenzeitlich verändert haben. Vor der Wahl der Sanierungsverfahren wird deshalb im Bedarfsfall eine erneute Inspektion empfohlen.
Im Bedarfsfall kann zusätzlich eine quantitative Zustandserfassung (z. B. Material- und Werkstoffuntersuchung, Profilkalibrierung) notwendig sein, um befriedigende Aussagen zum geeigneten Sanierungsverfahren aus den festgestellten Schäden ableiten zu können (vgl. Anh. A-2.4).
Bestimmte Schäden können vor Durchführung der eigentlichen Sanierungsmaßnahme eine Vorsanierung erfordern (z. B. Vorabdichtung bei infiltrierendem Grundwasser).
Hydraulik
Bei sanierungsbedingter Querschnittsreduzierung von Kanälen und Leitungen, insbesondere durch Renovierungsmaßnahmen, ist die hydraulische Leistungsfähigkeit mit Hilfe einer hydraulischen Berechnung nachzuweisen (vgl. Anh. A-4).
Wirtschaftlichkeit
Im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sind folgende weitere Aspekte zu berücksichtigen:
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Tiefenlage des Kanals
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Oberflächenbefestigung
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Verkehrsbelastung und Nutzung
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Beschränkung der Anzahl verschiedener Sanierungsverfahren innerhalb eines Sanierungsabschnittes oder einer Liegenschaft auf ein Minimum (Einzelfall und Gesamtmaßnahme)
Ein Kostenvergleich ist für die geplanten Sanierungsvarianten mit entsprechender Festlegung der Sanierungsabfolge unter Annahme der zu erwartenden Nutzungsdauern durchzuführen. Die Kostenvergleichsrechnung ist nach LAWA (vgl. Anh. A-8.7) durchzuführen.
Örtliche Randbedingungen
In Trinkwasserschutzzonen, Landschafts- oder Naturschutzgebieten und Sicherheitsbereichen sowie bei räumlich oder zeitlich eingeschränkten Zugänglichkeiten sind bei der Verfahrenswahl besondere Anforderungen und Randbedingungen zu beachten. In Abhängigkeit der Sanierungsverfahren ist ein Mindestmaß an Platzbedarf für die Baustelleneinrichtung zu berücksichtigen.
Während der Sanierung ist i. d. R. der Betrieb von Kanalnetzabschnitten einzustellen. Für die Entwässerung sind im Bedarfsfall erforderliche Maßnahmen zu treffen.
Koordination mit anderen Baumaßnahmen
Weitere geplante Baumaßnahmen im Bereich der Außenanlagen (z. B. Anlagen der Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung sowie Verkehrsanlagen) sind zu berücksichtigen und zu koordinieren.
Verfahrensblätter
Die Sanierungsverfahren werden in Form von Verfahrensblättern im Hinblick auf ihre Einsatzbereiche und Aspekte der Ausführung erläutert sowie in technischer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht bewertet. Auf die zu fordernde Qualitätssicherung und die erforderlichen Qualitätsnachweise wird verwiesen. Zur thematischen Vertiefung wird auf die einschlägige Fachliteratur bzw. auf Fachzeitschriften hingewiesen (vgl. Literaturverzeichnis A-13.1).
Die Verfahrensblätter sind folgendermaßen aufgebaut:
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Verfahrensbeschreibung
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Anwendungsbereich
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Technische Anforderungen und Randbedingungen
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Vorteile
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Nachteile
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Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Bauzeit
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Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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Leistungsbeschreibung
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Bauüberwachung
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Qualitätsnachweise
Verfahrenstabellen
Eine Übersichtstabelle mit den für wesentliche Einsatzkriterien bewerteten Sanierungsverfahren steht jeweils für Kanäle im nicht begehbaren Bereich und begehbaren Bereich sowie Leitungen und Schächte zur Verfügung (vgl. Anhänge A-6.2, A-6.3, A-6.4 und A-6.5).
Die in den Tabellen aufgeführten Einsatzkriterien dienen im Wesentlichen zur Auswahl bzw. Einschränkung von möglichen Sanierungsverfahren. Sie sind für Liegenschaften anwendbar, in denen Abwasser anfällt, welches i. d. R. in öffentliche Abwasseranlagen eingeleitet werden darf. Insbesondere bei Abwasser mit wassergefährdenden Stoffen sind ggf. besondere Anforderung an die Wahl der Sanierungsmaterialien zu stellen.
Die Verfahrenstabellen sind Grundlage für die DV-Anwendung "Entscheidungshilfe zur Auswahl von Sanierungsverfahren".
Kostentabelle
Eine tabellarische Kostenübersicht jeweils zu Sanierungsverfahren für Kanäle im nicht begehbaren Bereich und Leitungen steht im Anh. A-6.2 zur Verfügung.
Für Kanäle im begehbaren Bereich und Schächte variieren die Sanierungskosten aufgrund der unterschiedlichen Leistungsanforderungen zum Teil erheblich (z. B. in Abhängigkeit der Nennweite). Angaben zu durchschnittlichen Sanierungskosten sind daher nur bedingt möglich. Auf entsprechende Kostentabellen wird deshalb verzichtet.
DV-Anwendung
Mit Hilfe der im Bereich "Anwendungen" der Arbeitshilfen Abwasser zur Verfügung stehenden "Entscheidungshilfen zur Auswahl von Sanierungsverfahren" wird nach Eingabe der wesentlichen Einsatzkriterien eine Auflistung geeigneter Sanierungsverfahren ausgegeben. Die Entscheidungshilfe dient zur Eignungsabschätzung von Sanierungsverfahren und stellt keine Grundlage für eine eindeutige Festlegung auf ein Sanierungsverfahren dar.