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Sie sind hier: Startseite Arbeitshilfen Abwasser  > Anhänge  > A-6 Sanierungsverfahren > A-6.2 Sanierungsverfahren für Kanäle im nicht begehbaren Bereich > A-6.2.1 Reparaturverfahren > A-6.2.1.4 Roboterverfahren
A-6.2.1.4 Roboterverfahren
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Beim Roboterverfahren werden punktuelle Schäden mit Hilfe von ferngesteuert lenkbaren Robotern behoben. Die Robotergeräte sind generell mit wechselbaren Werkzeugen (i. d. R. Fräs- und Spachtelroboter) sowie schwenkbaren Kameras und den notwendigen Medienzuführungen (z. B. Wasser zur Kühlung der Fräswerkzeuge oder Freispülung der Fräsbereiche) ausgestattet.
Die komplette Sanierungseinheit ist in Kleintransportern, teilweise mit Anhängern, oder in LKW-Koffern untergebracht und ist von zwei Fachkräften bedienbar.
Die Sanierung mit Robotern läuft generell nach folgendem Prinzip ab:
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Fräsen bzw. Bohren zur Aufarbeitung der Schadensstelle;
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Reinigung der Fräsbereiche;
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Verpressen/Verspachteln/Verkleben mit 2-Komponenten-Epoxidharz;
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Schleifen.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
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KATE-Verfahren (RAL-GZ: S10.01);
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SikaRobot (RAL-GZ: S10.02);
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RS-PrimoRobot (RAL-GZ: S10.05;
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KASRO-Kanalsanierrobotik (RAL-GZ: S10.10);
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EDS-Erneuerung Dichtung Steinzeugrohre (RAL-GZ: S10.16).
Neben Robotern mit auswechelbaren Werkzeugen wird eine Vielzahl reiner Fräsgeräte, z. B. zur Hindernisbeseitigung in Verbindung mit anderen Sanierungstechniken, eingesetzt.
Anwendungsbereich
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Zur Beseitigung von Hindernissen, z. B. Wurzeleinwuchs, Ablagerungen, einragende Stutzen;
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Bei undichten Rohrverbindungen, Rissen und fehlenden Wandungsteilen;
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Bedingt einsetzbar auch bei drucklos eindringendem Grundwasser;
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Kreisprofile DN 200 bis DN 600 (teilweise ab DN 150 und bis DN 800);
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Für alle gängigen Rohrwerkstoffe (außer Kunststoff).
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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Die Geräte sind selbstfahrend. Einsatz i. d. R. bei einseitiger Zugänglichkeit möglich;
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Bei unter Druck eindringendem Grundwasser ist eine Vorabdichtung im Bereich der Schadstellen erforderlich;
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Vorflutsicherung erforderlich;
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Beachtung einer sorgsamen Materialvermischung, um ein vollständiges Aushärten des Materials sicherstellen zu können.
Vorteile
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Nur geringer Materialauftrag (ohne nennenswerte Querschnittsreduzierung);
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Die eingesetzten Sanierungsmaterialien weisen gegenüber dem Rohrwerkstoff i. d. R. die besseren Materialeigenschaften auf.
Nachteile
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Keine Behebung der Schadensursache, z. B. von Bettungsdefiziten;
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Sanierungserfolg bei Scherbenbildungen und komplexen Rissstrukturen in unbewehrten Rohrmaterialien (z. B. STZ und B) nicht immer garantiert;
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Erforderliche Fräsarbeiten verursachen ggf. eine Destabilisierung der Schadensbereiche (insbesondere bei Rissen).
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Unvollständig vermischte Materialien bzw. Einzelkomponenten sind ordnungsgemäß zu entsorgen.
Bauzeit
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Die Aushärtezeit von Harz beträgt i. d. R. mehrere Stunden;
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Die Dauer von Fräsarbeiten ist von Härtegrad und Ausmaß des Hindernisses bzw. der Ablagerung abhängig. Bei Fräsgeräten älterer Generation spielt auch die Antriebsart bzw. -leistung eine Rolle;
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Für das Angleichen eines Muffenversatzes durch Fräsen fallen ca. 10 bis 30 Minuten Arbeitszeit an.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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VSB-Empfehlung Nr. 1 "Roboterverfahren" (vgl. Anh.Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Hindernisse beseitigen
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Reinigung
Hauptposition
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Schadensstellen vorbereiten (Fräsen)
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Punktuelle Spülung zur Beseitigung des Fräsguts
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Verspachtelung/Verpressung der vorbereiteten Sanierungsstelle lunkerfrei (Positionskriterien: Nennweite, Schadensart)
Nacharbeiten
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Nachschleifen der Sanierungsstelle (Materialübergänge an Fräskanten zur Qualitätskontrolle)
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Beseitigung überschüssigen Epoxidharzmaterials von der Rohroberfläche bzw. aus Kanal
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevante Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S10-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden.
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Insbesondere die Vorfräsarbeiten zur Klebeflächenvorbereitung und Öffnung von Rissen für ausreichenden Materialeinsatz sind kontinuierlich zu überprüfen (z. B. anhand von Videoaufzeichnungen).
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S10-Verfahren.
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S10-Verfahren.
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S01.03, S01.04 oder S10.09-Verfahren.