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A-6.2.1.7 Edelstahlmanschetten mit Verklebung durch Reaktionsharz
 
Verfahren
a) Allgemeine Verfahrensbeschreibung
Innenmanschetten sind Kurzlinern in Wirkung und Baulänge sehr ähnlich und unterscheiden sich primär in den zur Verwendung kommenden Materialien und der Einbauweise.
Mit Hilfe von Edelstahlmanschetten mit Verklebung werden Kanäle im Bereich von Rohrverbindungen, Rissen und fehlenden Wandungsteilen durch Überkleben der Schadstellen punktuell saniert.
Eine außen mit zwei bis drei Millimetern Epoxidharz beschichtete und ggf. längs geschlitzte Edelstahlmanschette (Hülse) wird über einen Packer an der Schadensstelle positioniert und durch Expansion des Packers an die Rohrwand gepresst und mit dieser verklebt (vgl. auch A-6.2.1.5 "Vor Ort härtende Kurzliner"). Die Reaktion des Harzes erfolgt i. d. R. unter Umgebungstemperaturen. Systemabhängig wird unterstützend ein mechanischer Rasterverschluss verwendet, um eine übermäßige Abzugskraft, durch Zusammenziehen der vorgeformten Manschette, von der Rohrwand verhindern zu können.
b) Beispiele für zugehörige Verfahren und Varianten
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Stuttgarter Hülse (RAL-GZ: S15.12).
Anwendungsbereich
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Punktuelle Sanierung im Bereich von Rohrverbindungen, Rissen und fehlenden Wandungsteilen;
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Nicht geeignet bei starken Lageabweichungen und Versätzen;
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Bedingt einsetzbar auch bei drucklos eindringendem Grundwasser;
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Kreisprofile DN 150 bis i. d. R. DN 700;
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Für alle gängigen Rohrwerkstoffe (außer Kunststoff: PVC-U, PP, GFK nur bedingt, nicht PE-HD).
Technische Anforderungen und Randbedingungen
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Liegen Rohrwerkstoffe wie z. B. Beton und Steinzeug ohne zusätzliche Bewehrung vor, muss der zu sanierende Abschnitt bis zu den beiden benachbarten Rohrverbindungen erweitert werden;
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I. d. R. sind zugängliche Kontrollschächte ober- und unterhalb der Schadstelle erforderlich;
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Beachtung einer sorgsamen Materialvermischung, um ein vollständiges Aushärten des Materials sicherstellen zu können;
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Bei unter Druck eindringendem Grundwasser ist eine Vorabdichtung im Bereich der Schadstellen erforderlich;
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Vorflutsicherung erforderlich;
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Eine sorgfältige Klebeflächenvorbereitung insbesondere in den Manschettenendbereichen im gesamten Rohrumfang ist zwingend erforderlich.
Vorteile
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Flexibler Einsatz für viele Schadensbilder möglich.
Nachteile
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Lokale Querschnittsreduzierung von ca. 6 bis 10 mm;
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Keine Behebung der Schadensursache, z. B. von Bettungsdefiziten;
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Verklebte Manschetten neigen zum Ablösen von der Rohrwand durch Relaxationskräfte in Richtung Rohrachse;
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Starres Gebilde, das z. B. bei wechselnden Geometrieverhältnissen, Versätzen an den Rohrverbindungen oder Bruchstellen entlang der Manschettenachse ggf. kein vollständiges Anliegen zulässt.
Rechtliche und ökologische Anforderungen
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Nachweis der hygienetechnischen Unbedenklichkeit mittels Säulenversuch (einschließlich Reaktionsphase);
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Unvollständig vermischte Harzmaterialien bzw. Einzelkomponenten sind ordnungsgemäß zu entsorgen.
Bauzeit
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Der Einbau einer Edelstahlmanschette mit Verklebung dauert einschließlich der vorbereitenden Arbeiten ca. 2 bis 4 Stunden;
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Die Aushärtungszeit beträgt 0,5 bis 2 Stunden.
Zusätzliche technische Vertragsbedingungen zur Qualitätssicherung
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VSB-Empfehlung Nr. 15 "Manschetten" (vgl. Anh. A-6.1.2).
Leistungsbeschreibung
Vorarbeiten
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Hindernisse beseitigen
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Reinigung
Hauptposition
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Klebeflächen vorbereiten (Bürsten, Fräsen) - nur bei verklebten Manschetten
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Punktuelle Spülung zur Beseitigung des Fräsguts - nur bei verklebten Manschetten
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Einbau der Manschette (Positionskriterien: Nennweite, Länge)
Nacharbeiten
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Beseitigung überschüssigen Harzmaterials von der Rohroberfläche bzw. aus Kanal - nur bei verklebten Manschetten
Bauüberwachung
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Sämtliche qualitätsrelevanten Arbeitsschritte (z. B. gemäß ZTV oder Verfahrenshandbuch RAL-GZ für S15.12-Verfahren) müssen kontinuierlich überprüft werden.
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Insbesondere die Vorfräsarbeiten zur Klebeflächenvorbereitung sind kontinuierlich zu überprüfen (z. B. anhand von Videoaufzeichnungen).
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Die Materialübergänge müssen unter Verwendung von überschüssigem Harz möglichst sauber ausgebildet werden.
Qualitätsnachweise
Für die eingesetzten Materialien und Baustoffe
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S15.12-Verfahren
Für das Sanierungssystem
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Gemäß DIBt-Zulassung, ZTV bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S15.12-Verfahren
Für die Arbeitsabläufe
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Gemäß ZTV-Vorgaben bzw. Verfahrenshandbuch nach RAL-GZ 961 für S15.12-Verfahren.